Präventions-Projekt zum Thema E-Shishas an der Hönnequell-Schule

+
Schülersprecherin Luna Pielhau.

Neuenrade - Es ist offensichtlich ein Trend. Viele Jugendliche rauchen sogenannte E-Shisha. Jetzt wurde in den achten und neunten Klassen der Hönnequell-Schule das Thema intensiv im Rahmen eines Projektes aufgegriffen.

Initiatorin ist Luna Pielhau. Für sie lag das auf der Hand: „Überall ist das irgendwie Thema.“ Sie fragte sich, ob das alles denn so richtig ist. „Wissen die, was beim Konsum passiert, was mit ihren Körpern passiert?“

Sie nahm schließlich ihre Verantwortung als Schülersprecherin wahr, ging zu Sozialarbeiter Thorben Schürmann und sprach das Thema an. Gemeinsam handelten die beiden flott, holten die Drogenberatung des Märkischen Kreises mit ins Boot und entwickelte dann ein Konzept, um mit den Jugendlichen der beiden Jahrgänge das Thema E-Shisha zu behandeln.

Aber auch die Themen Nikotin oder Alkohol wurden angerissen. Dabei gingen die Experten (auch Sebastian Niekrens und Daniel Kämmer, beide Drobs) recht offen und neutral mit dem Thema um, ohne eben mahnend den Zeigefinger zu heben. Die Jugendlichen sollten sich eine eigene Meinung bilden. Lehrer waren nicht beteiligt. Man habe ja ein anderes Verhältnis zu den Lehrern als zu dem Schulsozialarbeiter, hieß es von Luna. Wichtig ist für sie bei der Thematik auch die Vertraulichkeit - ein Sozialarbeiter habe Schweigepflicht.

So ging es zunächst darum, in kleinen Spielen die Meinung der Jungendlichen zu Themen wie Alkohol oder NIkotin abzufragen. Sie mussten zu einer Frage Stellung beziehen, sich der Gruppe „weiß nicht!, „find ich gut“ oder „find ich blöd“ anschließen. Da ging es darum, wie man es findet, wenn ein Freund betrunken ankommt und im Fall der E-Shisha sollten sich die Jugendliche auch positionieren. Da standen dann die meisten in der Gruppe „weiß nicht“ zusammen. In zufällig zusammengestellten Gruppen befasste man sich dann tiefergehend mit den Thema, besprach den Aufbau einer E-Shisha, erläutert, was passiert und was eventuell passieren kann.

E-Shishas sind eine Art-E-Zigaretten. Sie sind meist bunt, kugelschreiberförmig und haben ein Mundstück wie bei eine Wasserpfeife. Im innern befindet sich eine Kartusche, die mit einer Flüssigkeit („Liquid“) gefüllt ist. Saugt man am Mundstück, verdampft sie, der Dampf wird inhaliert. Wie man einer Veröffentlichung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung entnehmen kann, ist ein Bestandteil der Flüssigkeit Glycerin oder Propylenglykol, diverse süßliche Aromastoffe (Mango, Apfel, Kaugummi) werden beigefügt, manchmal ist auch Nikotin enthalten.

Gerade bei den E-Shishas wisse man nicht, was die möglichen Folgen des Konsums sind, denn es gebe keine Langzeitbeobachtungen. Von daher mache sich jeder ja auch „zum Versuchskaninchen der E-Shisha-Industrie“, hieß es beim Projekt. Was passieren könne, wisse niemand. Es gebe Beispiele zu Stoffen, bei denen man erst im nachhinein feststellen musste, dass sie schädlich waren, sagte Luna. Zudem: E-Shishas sind theoretisch frei zugänglich für Kinder, die Legislative ist noch nicht soweit, um entsprechende Regelungen aufzustellen, hieß es während des Projektes.

Luna Pielhau, jedenfalls will diese Art Beratungstage an der Schule ausbauen. Über Cannabis soll zum Beispiel noch gesprochen werden. Für Schulsozialarbeiter Thorben Schürmann ist jetzt schon klar, das man auch das Thema E-Shishas auf jeden Fall wiederholen möchte.

Von Peter von der Beck

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare