Politik befasst sich mit Schützenfestkleid-Verkauf

+
Festkleidung sonntags zu kaufen - das könnte - zumindest bei Einzelhändlern - aus Gründen des Wettbewerbsrechtes schwierig werden.

Neuenrade/Ortsteile - Der Unmut in Schützenkreisen ist groß: Da hat die Wettbewerbsbehörde in Dortmund den Inhaber eines Warsteiner Modegeschäfts angezeigt, weil er zu Pfingsten (das Schützenfest fiel in diese Zeit) ein Kleid an ein Mitglied des Hofstaates verkauft hatte.

 Begründung: Ein Verstoß gegen das Ladenöffnungsgesetz. Bei einigen Schützen herrscht Empörung. Wo soll man bitteschön Festkleider für den Hofstaat herbekommen, wenn am Sonntag Schießen ist und sich dann erst der Hofstaat formiere.

Ralf Tönnesmann, Vorsitzender der Küntroper Schützenbruderschaft, kennt das Thema und zeigt sich solidarisch zum Beispiel mit befreundeten Schützen in Winterberg, die darunter zu leiden hätten. Küntrop indes habe das Schießen zwar auch an deinem Sonntag, doch habe man aus anderen Gründen die Sache mit dem Festumzug anders geregelt, die Kleiderfrage sei in Küntrop nicht so dramatisch. Tönnesmann beklagt zudem, dass die Schützen in der Vergangenheit immer wieder Stolpersteine in den Weg gelegt habe und vermutet gar in oberen Behörden-/Regierungskreisen jemanden, der nichts für die Schützentradition übrig habe.

Domenic Troilo, Presseoffizier der Neuenrader Schützengesellschaft, sähe die Neuenrader nicht so betroffen von einem etwaigen Durchgreifen der Behörde. Die Männer hätten es eh einfach und die Frauen könnten auf ein gewaltiges Netzwerk zurückgreifen. Da gebe es immer einen Kleider-Fundus. Da sei der Verein sehr gut organisiert. Er könne sich zudem vorstellen, dass dann auch mehr inoffiziell passiere.

 Schützenvereine aus dem Kreis Soest, dem HSK und dem Märkischen Kreis hatten zudem ihre Landtagsabgeordneten zu der Problematik informiert. Und: Die CDU-Landtagsabgeordneten Thorsten Schick, Klaus Kaiser, Jens Kamieth, Matthias Kerkhoff und Werner Lohn haben jedenfalls ein kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt, fragen, ob denn das Problem bekannt sei und welchen Lösung die Landesregierung sehe, und ob sie vielleicht eine Gesetzesänderung oder Verordnung zur Problemlösung anstrebe. Auch fragen sie nach, ob es weitere Fälle gebe, die der Regierung bekannt seien und wenn ja, welche. Für die Abgeordneten ist es auch eine Frage der Tradition. Wer Schützenkönig werde oder dem Hofstaat angehöre, das sei eben nicht vorhersagbar.

 Soll heißen: Vorher, zu den regulären Öffnungszeiten des Einzelhandels Schützenfestkleider zu kaufen – das sei nicht machbar. -. Von Peter von der Beck

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare