Worauf man jetzt achten sollte

Höchst ansteckende Pferdekrankheit in Neuenrade

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Der Erreger beeinträchtigt in der Regel die oberen Atemwege der Pferde.

Neuenrade - Eine unter Pferden höchst ansteckende bakterielle Erkrankung – die sogenannte Druse – ist auf einem Hof in Neuenrade festgestellt worden und schaffte somit den Sprung in die Neuenrader Region.

Auf dem betroffenen Hof unternehme man alles, damit sich die schmerzhafte Infektion nicht weiter ausbreite, heißt es auf Nachfrage beim Werdohler Tierarzt Markus Paul. Die Krankheit, zwar höchst ansteckend, ist nicht meldepflichtig. Bisher ist sie wohl nur in Iserlohn und Breckerfeld festgestellt worden. Nun hat der Erreger eben den Sprung nach Neuenrade geschafft.

Das Streptokokkus equi equi wird allerdings nicht nur von Pferd zu Pferd übertragen und ist zäh, überlebt in der Umgebung und kann daher auch über Kleidung, Hundefell oder Decken übertragen werden. Menschen oder andere Tiere wie Esel können sich nicht anstecken. Jeder, der mit Pferden zu tun hat, sollte sich gut überlegen, ob man Besuche in fremden Ställen einschränken oder besser unterbinden sollte. Man müsse das eigene Verhalten hinterfragen. Zudem rät der Tierarzt dazu, täglich bei seinen Pferden Fieber zu messen.

Die Tiere erleiden durch diese Streptokokken eine Erkrankung der oberen Atemwege, haben hohes Fieber, die Lymphknoten vereitern und platzen später auf. Es gibt grünlich-gelben Nasenausfluss. Wie es weiter in ein er Info-Schrift der sächsischen Tierseuchenkasse heißt, können die Lymphknoten so vergrößert und schmerzhaft sein, das Kehlkopf und Luftröhre verengt werden und die Tiere unter Atemnot leiden. Deshalb werde die Krankheit im Englischen auch „strangles“ (Strangulationskrankheit“). genannt. Es kann Komplikationen geben. Wenn zum Beispiel andere Körperregionen befallen werden, ist von einer „metastatischen Druse“ die Rede, die Tiere können sterben. Auch Immunkomplexreaktionen können zum Tod der Tiere führen.

In der Regel allerdings würden die Tiere nach Aufplatzen der Lymphknoten innerhalb von 14 Tagen genesen. Nicht alle Tiere würden indes krank. Das sei abhängig vom Immunsystem und der aufgenommenen Erregermenge. Nach überstandener Erkrankung seien die Tiere zwei bis fünf Jahre immun. Geheilte Pferde müssen zudem noch einige Wochen isoliert gehalten werden. Der Erreger ist sehr widerstandsfähig. Er überlebt drei Tage in der Erde und bis zu sechs Wochen im Wasser.

In Neuenrade und Umgebung gibt es etliche Pferdeställe und Pferde-Betriebe.

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