Pfarrer aus Tansania berichet über Kinderhaus / Hönnequell-Schule sammelt Spenden für Patenkind

Gemeinsam Fluchtursachen bekämpfen

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Pfarrer Edson Lugemeleza war aus Tansania angereist und erzählte den Jungen und Mädchen aus seiner Heimat.

Neuenrade - „Wisst ihr welche Sprachen wir sprechen?“, fragt der Pfarrer aus Tansania, Edson Lugemeleza, die Schulkinder. Dann beginnt er von der Landessprache Swahili zu erzählen. Am Freitag hielt der afrikanische Geistliche einen Vortrag in der Hönnequell-Schule. 

Dort berichtete er von der Arbeit des Plettenberger Vereins Okoa Sasa in dem ostafrikanischen Land und dem Schulpatenkind Editha Ezechiel. Seit zweieinhalb Jahren unterstützten die Schüler und Lehrer der Hönnequell-Schule das Mädchen aus Tansania. 

"Das liegt mir sehr am Herzen"

Einmal im Jahr würden sie eine Spendenaktion organisieren, erklärt Doris Weitz. Sie ist Lehrerin an der Schule und hat auch den Kontakt mit Okoa Sasa hergestellt. „Das liegt mir sehr am Herzen“, betont sie. In diesem Jahr habe ein großer Spendenlauf stattgefunden. 

Viele Kinder hatten sich in der Schulaula versammelt, um den Vortrag von Pfarrer Lugemeleza zu hören. Besonders beeindruckt waren die Jungen und Mädchen von seinen guten Deutschkenntnissen. Das läge daran, erklärte er, dass er vor einiger Zeit bereits sechs Jahre in Plettenberg als Austauschpfarrer tätig gewesen sei. 

Inzwischen wohnt er wieder in Tansania und unterstützt mit seinem Team die Arbeit von Okoa Sasa vor Ort. Ein Schwerpunkt dieser Arbeit sei die Unterstützung von Schulkindern. So würde zur Zeit 190 Kinder der Besuch einer weiterführenden Schule ermöglicht. Auch ein Kinderhaus wurde im Örtchen Bukoba errichtet. 

Pfarrer zeigt Fotos und Videos

Dieses sei bestimmt für Jungen und Mädchen, die in ihrere Nachbarschaft oder Schule Misshandlungen und Missbrauch ausgesetzt seien, heißt es in einer Broschüre des Vereins. Auf Fotos und Videos die der Pfarrer mitgebracht hatte, sind die Bewohner dieses Hauses zu sehen, so auch das Patenkind der Hönnequell-Schule, Editha. 

Der Verein biete neben seiner Arbeit für Schulkinder auch finanzielle Hilfe, indem Medikamente, Arzbesuche und andere medizinische Notwendigkeiten finanziert würden. Für viele Tansanier seien solch lebensrettenden Dinge kaum zu bezahlen. Auch das ist ein Grund, dass Krankheiten wie Aids in dem ostafrikanischen Land weit verbreitet sind. 

Im Anschluss an den Vortrag konnten die Kinder dem Pfarrer dann ihre Fragen stellen. „Gibt es in Tansania die gleichen Schulfächer wie in Deutschland?“, „Habt ihr auch Ferien?“ und „Geht es Afrika wirklich so schlecht wie es immer in den Nachrichten heißt?“, waren nur einige der Fragen, die die Kinder ihrem Gast stellten. 

Auch Angelika Schürholz und Verena Knabel vom Verein Okoa Sasa waren aus Plettenberg zu dem Vortrag gekommen. 2007 waren sie nach Tansania gereist und hatten aufgrund der „schlimmen Eindrücke“ beschlossen den Verein zu gründen. Die beiden verstehen die Arbeit auch als eine Bekämpfung von Fluchtursachen. „Wir wollen es möglich machen, dass die Leute in ihrem Heimatland, das sie lieben, bleiben können.“

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