Peta-Protest in Bikini und mit Hasenohren gegen Tierhandel

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Das Geschwisterpaar Julia und Alena Thielert protestierte für die Tierschutzorganisation Peta (People für the ethical Treatment of Animals – Menschen für den ethischen Umgang mit Tieren) gegen den Heimtierverkauf in Baumärkten. J

Neuenrade - Bei leichtem Schneeregen, 4 Grad Celsius und kaltem Wind fand am Dienstagnachmittag vor der Zufahrt des Hagebaumarktes im Neuenrader Industriegebiet eine Aktion der Tierschutzorganisation Peta statt.

Dort entblätterte sich eine junge Frau, setzte sich nur mit Bikini und Hasenohren bekleidet in einen Einkaufswagen und protestierte gemeinsam mit ihrer Schwester gegen Heimtierverkauf in Baumärkten.

Indes – im Neuenrader Baumarkt Arens & Hilgert werden gar keine Heimtiere mehr verkauft.

Doch das störte die Aktivistin Alena Thielert nicht. Immerhin würden dort auch Fische verkauft – das seien auch Tiere und überhaupt stehe hier der Protest im Vordergrund. Es gehe um das generelle Verbot des Handels mit Tieren. Jährlich würden 300.000 Tiere in deutschen Tierheimen abgegeben und da müsse man nicht noch über Baumärkte für Nachschub sorgen. 

Peta auf Deutschland-Tour

Peta befinde sich in dieser Sache auf Deutschland-Tour. Am Donnerstag werde Peta dann noch mal zum Abschluss vor der Zentrale in Soltau protestieren, sagte Thielert, deren Schwester Julia im Bikini den Einkaufswagen zierte, um sich dann rasch wieder etwas Warmes anzuziehen.

Viel tat sich nicht an diesem kühlen Dienstagnachmittag. Die Zahl der Zuschauer hielt sich zum Auftakt in Grenzen, denn die beiden Aktivistinnen hatten Hausverbot, mussten an der Zufahrt stehen bleiben. Ein Polizist in einem einsamen Polizeiwagen wachte über das Geschehen, eine Passantin vermutete, dass angesichts der spärlichen Bekleidung dort wieder ein Flüchtlingsprotest wie unlängst in Werdohl stattfinden könnte, Radio MK schaute mit zwei Mitarbeitern vorbei und Julia Thielert setzte sich wieder im Bikini in den Einkaufswagen (vielleicht für die Homepage von Radio MK). Ein Mann, ganz offensichtlich kein Pressevertreter, filmt die Szenerie per Handy.

Wie gesagt – wie Günter Hilgert versicherte, würden seit Sommer vergangenen Jahres keine Kleintiere mehr im Neuenrader Hagebaumarkt verkauft. Man habe nur noch Zubehör im Programm und eben Fische. Aber da sei man bei Bekanntwerden von Missständen damals eben auf Nummer sicher gegangen, habe keinen Ärger in irgendeiner Form haben wollen und den Heimtierverkauf dann aufgegeben – obwohl der Zuspruch groß gewesen sei und man viel verkauft habe. Dabei seien die Heimtiere seinerzeit im Baumarkt zudem sehr ordentlich behandelt worden. Die Tierärztin aus Affeln sei zweimal wöchentlich gekommen, habe die Tiere untersucht und geimpft.

"Tiere werden wie Gegenständen in Baumärkten verkauft"

Die Tierrechtsorganisation Peta wollte gestern mit der Aktion auf das Leid der sogenannten Heimtiere aufmerksam machen, die eben auch „wie Gegenstände“ in Baumärkten verkauft würden. Ermittler der Tierrechtsorganisation hätten im vergangen Jahr bei Recherchen aufgedeckt, dass ein großer Teil der Tiere, die in Filialen der Baumarktkette Hagebau verkauft würden, unter tierquälerischen Bedingungen in Zuchtanlagen ‘produziert’ worden seien. Filmaufnahmen würden zeigen, dass die Tiere in grässlichen Bedingungen zwischen toten und verhaltensgestörten Artgenossen (Kannibalismus) gezüchtet würden. Daher fordere Peta die Verantwortlichen von Hagebau auf, den Tierverkauf umgehend einzustellen.

Die Pressesprecherin der Hagebau-Zentrale (Hagebau ist eine Art Franchise-System) in Soltau, Nina Lemmertz-Sickert, jedenfalls erläuterte, dass Hagebau ausdrücklich gegen tierquälerische Zuchtbedindungen sei. Und seit Bekanntwerden der Missstände stehe man seitens der Zentrale mit Peta im Dialog. Für Freitag, 26. Februar. sei schon ein weiterer Gesprächstermin anberaumt. 

Sie erläuterte weiter, dass es in der Zentrale einen Tierschutzbeauftragten gebe und auch in den Märkten, wo mit Tieren gehandelt werde, gebe es einen Beauftragten, plus entsprechend ausgebildete Fachkräfte. Die Baumarktbereiche für den Tierverkauf müssten zudem bestimmungsgemäß gestaltet sein. Überprüft würden die Züchter, genauso wie auch regionale Tier-Lieferanten. Dazu gebe es jeweils Besuchsprotokolle.

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