Personalmangel bereitet der Neuenrader Feuerwehr Kopfschmerzen

+
Zahlreiche Feuerwehrleute wurden im Rahmen der Jahresdienstbesprechung geehrt und befördert. Bürgermeister Antonius Wiesemann (2. v. r.) gratulierte.

Neuenrade -   10 614 Stunden waren die Neuenrader Feuerwehrleute im laufenden Jahr bereits im Dienst – inklusive Gerätepflege und Jugendfeuerwehr. Bis Anfang November hatten die Feuerwehrkräfte 234 Einsätze.

Lediglich 16 Prozent der Einsätze betrafen dabei das Themengebiet „Feuer“, wie Stadtbrandinspektor Karsten Runte während der Jahresdienstbesprechung am Freitagabend im Gerätehaus betonte. Die Mehrzahl der Alarmierungen – konkret: 152 – erfolgte in der Kernzeit zwischen 6 und 18 Uhr.

Der Leiter der Feuerwehr listete 179 Einsätze für den Löschzug 1, 16 für die Kameraden in Küntrop und 52 im Gebiet Affeln auf. Als „besondere Momente“ bezeichnete Runte vor allen Dingen zwei Großeinsätze: Am 14. Juli gab es einen Chemieeinsatz in Werdohl und – da sich sein Berichtszeitraum auf November 2014 bis Oktober 2015 erstreckte – der Brand von Muschert und Gierse am 9. November 2014.

Letzteren rekapitulierte der Stadtbrandinspektor noch einmal etwas ausführlicher. Inklusive THW und Polizei waren in dieser Nacht 350 Einsatzkräfte vor Ort. 8000 Meter Schlauch wurden gebraucht. Fünf Drehleitern waren im Einsatz. 5000 Liter Schaummittel wurden verbraucht. „Letztlich war das Neuenrader Trinkwasser fast komplett verbraucht“, erinnerte sich Runte. Was dort alles gebrannt habe, lasse sich auf einen Brennwert von 127 Litern Heizöl umrechnen, erläuterte der Leiter der Feuerwehr. Unklar sei bis dato weiterhin die Höhe des Schadens.

Im Berichtszeitraum 2014/15 gab es für die Feuerwehr im Stadtgebiet zwei neue Fahrzeuge im Gesamtwert von 280 000 Euro. Aktuell verfügt die Freiwilige Feuerwehr in Neuenrade über 110 aktive Kameraden – 50 im Löschzug 1, 36 in Affeln und 24 in Küntrop – 39 in der Ehrenabteilung und 26 in der Jugendfeuerwehr.

Runte gab jedoch nach eigenen Worten einen „dramatischen Ausblick“. Es fehle Personal. „Und deshalb können wir auch nicht mehr alles machen. Dafür fehlt es aber ‘draußen’ oftmals an Verständnis“, beklagte der Stadtbrandinspektor.

Bürgermeister Antonius Wiesemann aber betonte: „Auf ein Ende der Freiwilligen Feuerwehr gucke ich erstmal nicht hin.“ Er lobte ausdrücklich das Wirken der Jugendfeuerwehr: „Da mache ich mir um die Zukunft gar keine Sorgen mehr.“

Weiterhin forderte das Stadtoberhaupt seine Kameraden auf – Wiesemann ist selbst Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr –, sich den Flüchtlingen vorzustellen: „Wenn die beim Einsatz Euch plötzlich in voller Montur sehen, kriegen die ja Angst. Sowas kennen die ja nicht.“ Runte griff das gerne auf und berichtete, dass es bereits in Kürze in allen Fahrzeuge ein Papier gebe, auf welchem die wichtigsten Sätze in zehn Sprachen notiert seien.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare