Im Oktober feiert die Kiku-Kunstwerkstatt ihr zehnjähriges Bestehen

Die Magie der bunten Kiku

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„Die Kinder sind stolz, wenn sie selbst etwas erschaffen können.“

Neuenrade - Im Oktober befindet sich die Kiku-Kunstwerkstatt bereits seit zehn Jahren in der alten Werkstatt Hinter der Stadt. Irmhild Hartstein, langjährige Leiterin der Kiku, ist stolz auf die Einrichtung, die Kinder dabei unterstützen soll, ihre Phantasie anzuregen und ihre Kreativität zu entwickeln.

„Ich gebe im Gegensatz zu einigen anderen Künstlern gerne meine Erfahrungen, Techniken und mein Wissen weiter und habe kein Problem damit, wenn mir andere etwas nachmachen. Man ist als Künstler ja sowieso nie richtig fertig“, beschreibt Irmhild Hartstein ihre Motivation, ehrenamtlich die Kiku zu leiten und Kindern in verschiedensten Projekten die Kunst näher zu bringen.

1999 sei der damalige Bürgermeister Klaus Peter Sasse auf sie zugekommen, man müsse doch mal etwas für Kinder machen, am besten so etwas wie Malen. „Er wollte erstmal klein anfangen, aber wenn ich etwas mache, dann mache ich es ordentlich“, erzählt Hartstein von den Anfängen der Kiku. In der alten Fabrik und in den Schulen gab es dann Kunstkurse, bevor 2006 die Kiku offiziell ins Leben gerufen wurde und ihren heutigen Platz in der Werkstatt Hinter der Stadt fand. Seit 2009 gehört die Kiku zum Kulturforum Neuenrade. Fast jedes Jahr finden auch NRW Projekte statt. Auch in diesem Jahr seien wieder zwei Projekte eingereicht worden.

Dank zahlreicher Sponsoren seien die Kunstkurse  sehr erschwinglich. „Ich wollte keine elitären Kurse veranstalten. Jeder sollte Zugang zur Kunst haben. Gleichzeitig brauchen wir Materialien wie Leinwände, Farben und so weiter“, sagt Hartstein. Auch lege sie großen Wert auf eine gute Qualität der Materialien. Seit ihrer Gründung ist die Kiku kontinuierlich gewachsen. „Unser Einzugsgebiet reicht von Altena über Werdohl, Plettenberg, Balve, Lüdenscheid und natürlich Neuenrade“, sagt Hartstein.

„Die Kinder kommen sehr gerne hierher. Für sie hat die bunte Werkstatt etwas Magisches an sich. Wir lassen die Kinder auch frei arbeiten, so entwickelt sich ihre Kreativität. Sie sind stolz, wenn sie selbst etwas erschaffen können, da soll man sie auch machen lassen, keine Grenzen setzen und vor allem nicht stoppen“, betont Hartstein. Es gibt auch vielfältige Kursangebote für Erwachsene.

Noch fehlt ein potentieller Nachfolger. „Solange es geht, bleibe ich natürlich bei der Kiku. Aber es ist ein Ehrenamt für das es kein Geld gibt und das einen mehr fordert als man als Außenstehender vielleicht denkt. Unter diesen Umständen einen Nachfolger zu finden, ist nicht einfach“, sagt Hartstein. Jedoch könne sie sich zu 100 Prozent auf ihr Team verlassen. „Es ist wichtig, ein gutes Team zu haben und ich bin sehr stolz auf meins“, sagt Hartstein.

Die Leidenschaft für die Kunst ist es, die Hartstein motiviert. „Ich wollte immer schon Künstlerin werden. Schon in der Schule habe ich ständig gemalt und gekritzelt. Mein Vater hat meinen Wunsch gutmütig abgenickt, aber meine Mutter war nicht damit einverstanden, dass ich Künstlerin werde. Es sei eine brotlose Kunst“, erinnert sich Hartstein. 1962 habe sie dann eine Ausbildung ergriffen, die ihrer Leidenschaft zumindest entgegen kam: Sie dekorierte Schaufenster.

Mit 49 Jahren wagte sie dann doch noch einmal den Schritt in Richtung Kunst und nahm ein Kunst-Studium am IBBK-Institut in Bochum auf: „Mit 54 war ich mit dem Studium fertig und hatte den Meister. Ich habe das für mich gemacht. Hätte ich es nicht getan, wäre ich heute sehr frustriert.

Ich habe meinen Traum nie aus den Augen verloren und habe meine Berufung zum Beruf gemacht.“

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