Offizielle Eröffnung des 661. Gertrüdchens

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Stadtsoldat Bernd Uerpmann rief das Gertrüdchen aus.

Neuenrade - Zum 661. Mal wurde das Gertrüdchen am Samstagmorgen auf dem Balkon des Rauthauses durch den dreimaligen Peitschenknall eröffnet.

Um kurz nach 10 Uhr wurde das 661. Gertrüdchen am Samstagmorgen offiziell eröffnet. Der Glockenklang ertönte vom Balkon des Neuenrader Rathauses herab auf die Besucher, die sich auf dem Platz davor versammelt hatten. Die Menge wurde ruhiger und Stadtsoldat Bernd Uerpmann ergriff das Wort zur Begrüßung und las die Bekanntmachung des Marktes. Wegen technischer Probleme entfiel die Unterstützung durch ein Mikrofon – für Uerpmann aber kein Problem.

Mit kräftiger und lauter Stimme rief er vom Balkon: „Auf dem Wall ist für Kurzweil und Kirmes gesorgt. Schnaps und Bier werden in Maßen angeboten“. Mit Daumen und Zeigefinger demonstrierte er dabei die Größe eines Schnapsglases und sorgte für einige Lacher unter den Besuchern. Kurz darauf knallte Horst Kruse die Peitsche drei Mal laut – mit viel Applaus war das Gertrüdchen eröffnet. Traditionell trafen sich der Bürgermeister Antonius Wiesemann, die Stadtsoldaten und zahlreiche Gäste aus Neuenrade und Umgebung bereits im Voraus im Rathaus, um das Volksfest zu zelebrieren. Die Besucher drängten sich bis auf die Flure des Rathauses, wo sie bei ein paar Buba Bitter – dem traditionellen Gertrudenschnaps – der Eröffnung lauschten.

„Zurück zu den Wurzeln“, hieß es in diesem Jahr – das waren die Worte, mit denen Wiesemann mitunter seine Rede eröffnete. Er beschrieb eine Zeit ohne Handys oder soziale Netzwerke – eine Zeit, wie sie vor Jahrhunderten auf dem Gertrudenmarkt vorzufinden war. Doch einiges habe sich bis heute nicht geändert. So sei Sauerkraut mit weißen Bohnen noch immer das Gertrudengericht und die alte Tradition der dicken Lovis, die bereits um 1910 auf dem Gertrüdchen ihre Waffeln verkauft haben soll, lebte in diesem Jahr auch wieder auf.  „Die Waffeln, die verkauft werden, sind mindestens so groß und lecker wie damals“, so Wiesemann.

Bilder von der Eröffnung sehen Sie hier:

Eröffnung des 661. Gertrüdchens

Auch wieder bei der Eröffnung dabei waren unter anderem Bürgermeister der Umgebung, Landrat Thomas Gemke, CDU-Abgeordnete Christel Voßbeck-Kayser und die Mitglieder des Gertrudenkomitees. SPD-Abgeordnete Dagmar Freitag und die Werdohler Bürgermeisterin Silvia Voßloh ließen sich entschuldigen.

Auch das umstrittene Thema des Baus von Windrädern auf dem Kohlberg thematisierte Bürgermeister Wiesemann, mit einer Prise Witz, in seiner Rede: So wäre man damals sicher dankbar gewesen um die Gewinnung von Strom und die Menschen hätten die Winderräder womöglich nicht verpönt, sondern begrünt und eine Kultur geschaffen. Schließlich wolle man „für alle nur das Beste“ – eben auch für den Kohlberg. „Aber nun lassen sie uns unser Frühlingsfest feiern“, schloss Wiesemann die Begrüßung ab.

Bilder von der Partynacht gibt es hier:

Gertrüdchen: Partynacht

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