Offener Arbeitskreis hält Küntrop seit 20 Jahren sauber

+
Mit alten Rock-‘n’-Roll-Hits und kühlen Getränken im Bollerwagen machten sich die Jungschützen auf den Weg, um die Straßenränder von Unrat zu befreien.

Küntrop - „Es ist nicht in Ordnung“, redet sich Schützen-Vorsitzender Ralf Tönnesmann in Rage, „dass die Leute ihren Müll einfach irgendwohin werfen.“ Gerade erst habe er wieder eine „Müllhalde“ an der Motte gefunden und entsorgt: „Da lagen Shisha-Wasserpfeifen und Joghurtbecher“, grollt er.

Neben Tönnesmann räumen am Samstag gut 25 Küntroper ihre Nachbarschaft auf. Die Aktion Saubere Landschaft vom Offenen Arbeitskreis Küntrop (OAK) hat weniger Zulauf als gewohnt. OAK-Sprecher Ludger Kemper macht das schöne Wetter dafür verantwortlich: „Da machen manche doch lieber was im Garten.“ Vor zehn Jahren seien noch bis zu 70 fleißige Helfer gekommen, erinnert sich Kemper und dreht die Würstchen auf dem Grill noch einmal um.

Die Jungschützen sind auch unterwegs – von weitem zu hören. „Sugar Baby“ von Peter Kraus dröhnt von ihrem Bollerwagen. „Dieses Mal haben wir nur die Standard-Sachen gefunden – wie Autoreifen“, bilanzieren sie. „Im Industriegebiet lagen in den Vorjahren aber auch schon Keramik-Toiletten und Badewannen.“

Kemper berichtet sogar von einem „mächtigen Gerät“, dass mal in der Nähe des Küntroper Bahnhofes gelegen habe. Er meint einen Dildo, „aber die Klappe zum Batteriefach fehlte“, ergänzt er. Als ihn ein Mädchen fragt, was denn ein Dildo sei, sagt er: „Das ist eine Gummi-Wurst.“ Tönnesmann nickt.

Ursprünglich hat der SGV die Aktion Saubere Landschaft in Küntrop initiiert. Der OAK habe die Aufgabe vor mehr als 20 Jahren übernommen. Seither ist die Umwelt sauberer. Kemper weiß: „Kinder, die bei uns mal mitgemacht haben, sind auch noch als Erwachsene für sowas sensibilisiert.“ Und er freut sich, dass sich an den Aktionstagen die Nachbarschaft näher komme und teils überhaupt erst kennenlerne. Viele seien doch zugezogen und keine „Einheimischen“, meint er – selbst „seit erst 30 Jahren da“.

Mal sei es bei den Reinigungsaktionen „sehr ruhig“, dann wieder liege „viel Gerümpel“ herum. Gut gewirkt habe aber die Einführung des Dosenpfandes vor einigen Jahren. „Vorher hatten wir immer rund 300 Dosen, jetzt nur noch ein paar Weinflaschen aus Glas, auch mal eine Wodkaflasche“, berichtet Kemper.

Ganz am Anfang, da hätten sie in einem Jahr gleich drei Kühlschränke gefunden. Heute gehörten eher Windeln zu den Standard-Funden. Auch Abfälle aus Fast-Food-Restaurants hätten nachgelassen. „Aber McDonald’s war einmal unser Hauptfreund“, sagt Kemper und lächelt zynisch. Dann legt er neue Würstchen auf.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare