Nicht immer politisch korrekt

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Das Luftpumpenorchester spielte unter der Leitung von einem gewissen Volkerov Grünbergovic die berühmte Tritsch-Tratsch-Polka von Johann Strauss und erntete dafür stürmischen Applaus.

Neuenrade - Bunt, unterhaltsam und nicht immer politisch korrekt präsentierten sich die Akteure am Samstagabend beim Jahresfest der Kompanie Oberstadt. Wolfgang Lampe und Lars Huster führten im gutgefüllten Kaisergarten durch ein Programm, das von vielen Akteuren getragen wurde.

Klassische Ballettfiguren zu moderner Musik zeigten die Schülerinnen von Sinica Wingen in den beiden anmutigsten Darbietungen des Abends. Mit Robbie Williams baten die sechs- bis 15-jährigen Tänzerinnen das Publikum um Aufmerksamkeit: „Let me Entertain you“. Später ließ unter anderem Michael Jacksons „Beat it“ den Ballett-Nachwuchs über die Bühne fliegen.

Sportlich präsentierten sich auch die Jungschützen, die soweit ablegten, wie es die Illusion eines Wasserbeckens auf der Bühne erforderte. Todesmutig stürzten sie sich bei ihrem „Air Swimming“ hinein und zeigten, dass auch Männer die ansonsten eher von Frauen geschätzte Sportart des Synchronschwimmens beherrschen. Auf Trab brachte sie der Radetzky-Marsch von Johann Strauss senior.

Dessen Sohn lieferte schließlich die Musik zu dem, was Lars Huster als „den absoluten kulturellen Höhepunkt“ des Abends ankündigte: Unter der Leitung eines gewissen Volkerov Grünbergovic spielte das Luftpumpenorchester durchaus inspiriert und taktgenau die berühmte Tritsch-Tratsch-Polka. Durch seinen stürmischen Beifall erklatschte sich das Publikum eine Zugabe der ungewöhnlichen Combo, die sich mit ihrer Kleidung und den Frisuren als Trendsetter zeigte.

Nah am Leben waren einige Sketche, die in unterschiedlichen Besetzungen (fast) alltägliche Themen auf die Bühne brachten: Wie bringen Mutti und Vati ihrer erwachsen werdenden Tochter bei, dass sie gelogen haben, als sie unglaubliche Geschichten vom Klapperstorch erzählten? „Mama, Papa, ich will die Pille“, zeigte sie sich aber auf der Höhe der Fakten. „Zwei Jahre ist es jetzt gutgegangen – das muss man doch nicht ausreizen.“ Im Schuhgeschäft zeigte sich, dass Frauen so vielfältige und wandelbare Wünsche haben, dass selbst ein wackerer Kaufmann die Geduld verliert und mit seinen Äußerungen deutlich unter der Gürtellinie landet. Lehrreich war der Sketch Getränkebestellung. Während den Kerlen das mit stoischem Gleichmut bestellte Bier zwar nicht immer gut tut, ist die Übersichtlichkeit eines solchen Wunsches doch ein Segen für eine Kellnerin. Ganz anders die Frauen: Ihre multiplen und nicht immer erfüllbaren Getränkewünsche ruinieren das gute Benehmen der Bedienung.

Nach einem Königsspiel, bei dem die Königin schon vorab als Siegerin feststand, und einem packenden Duell zwischen Dominik Troilo und Björn Sip gingen Birte und Thomas Schulte schließlich als erste auf das Parkett, auf dem Helene Fischers Stimme „atemlos“ zum Tanz bat.

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