Neues Schmuckstück fürs Statt-Museum

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Klaus Peter Sasse und Dr. Rolf-Dieter Kohl sind auf die Biedermeier-Uhr besonders stolz. Kohl vermutet, dass das Stück aus dem Jahr 1820 stammt und im Besitz einer Neuenrader Textilkaufmannsfamilie war.

Neuenrade - Ihre Zeit ist im wahrsten Sinne des Wortes abgelaufen – eine Minute vor elf zeigt die Biedermeier-Uhr an, die aus dem Familienbesitz von Ludwig Kappe jetzt den Weg ins Statt-Museum gefunden hat.

In heutigen Haushalten hängen oder stehen Exemplare wie dieses zwar schon seit mehr als 100 Jahren nicht mehr, doch Dr. Rolf Dieter Kohl und Klaus Peter Sasse wissen um die Bedeutung der Rahmen-Uhr aus uraltem Neuenrader Familienbesitz. Sie sind stolz, den Zeitmesser jetzt im Statt-Museum ausstellen zu können – demnächst wird sie auch wieder die korrekte Uhrzeit anzeigen, hoffen die beiden ehrenamtlichen Statt-Museums-Gestalter.

Bereits zu Lebzeiten habe Ludwig Kappe Dr. Rolf Dieter Kohl die Rahmen-Uhr zum Erhalt der Nachwelt zugesichert. „Und wenn es mal ein Museum geben sollte, dann soll sie dort einen neuen Platz finden“, lautete der Wunsch des früheren Ortsheimatpflegers. „Damals war an ein eigenes städtisches Museum noch gar nicht zu denken“, freut sich Kohl heute umso mehr, den Wunsch Kappes nun zu erfüllen, und das Statt-Museum um eine Attraktion reicher machen zu können.

Die Rahmen-Uhr der Biedermeier-Zeit erzählt ihre eigene Geschichte. „Ich schließe nicht aus, dass sie einmal im Besitz einer Neuenrader Textilkaufmannsfamilie aus dem 19. Jahrhundert war.“ Damit meint Kohl keinen geringeren als den früheren Bürgermeister der Stadt, Gerhard Diepmann. Die Uhr soll einst von einem Messebesuch mit in die Neuenrader Heimat gekommen sein, so Kohl, der das Kunstwerk auf das Jahr 1820 schätzt.

Das neue Schmuckstück des Statt-Museums ist vergoldet, zeigt zwei Engel mit großen Flügeln, einen Palmwedel. Früchte sowie ein Pokal sind ebenfalls zu erkennen. Uhren wie diese seien im Schwarzwald und Wien hergestellt worden, weiß Kohl. „Sie ist noch sehr gut erhalten“, freut er sich und weist auf die Seltenheit dieser Funde hin. Trotz aufmerksamer Suche habe er seit mehr als 20 Jahren keine Rahmen-Uhren mehr angeboten bekommen. Ein weiteres Dankeschön richten Klaus Peter Sasse und Dr. Rolf Dieter Kohl an Fritz Dieter Hilleke, der den Schützenrock seines Großvaters über Jahrzehnte aufbewahrte und diesen nun dem Statt-Museums stiftete. Auch die grüne Schützenuniform des früheren Oberst der Neuenrader Schützengesellschaft bekommt ein besonderes „Fleckchen“ in den Räumen im Herzen Neuenrades.

Die „Feuertaufe“ bestanden hat auch die Media-Station des Statt-Museums. Die 400-Seiten dicke Neuenrader Stadtgeschichte von Dieter Stievermann ist digitalisiert worden. In die Suchfunktion können Besucher ein beliebiges historisches Schlagwort eintippen, werden sofort fündig und können die Informationen dann ausdrucken. Eine große Erleichterung, denn die Print-Version des Werks verfügt über kein Register, das die Suche erleichtern könnte.

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