Bürgermeister Wiesemann: Krieg und Terror sind nah

Unter anderem der Shalomchor gestaltete das musikalische Rahmenprogramm in der Schulaula an der Niederheide.

Neuenrade - Im Herbstwind schwingen die deutsche Fahne und das Tuch mit dem Stadtwappen Seite an Seite am Schuleingang an der Niederheide. Trauerflor ergänzt beide Flaggen. Es ist nicht nur Volkstrauertag, die Anschläge in Paris und die Flüchtlingsthematik machen allen dieser Tage deutlich, dass Trauer, Krieg und Schrecken, Leid und Tod heute aktueller denn je sind.

„Unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung“, sagte Bürgermeister Antonius Wiesemann am Sonntagmorgen im Rahmen der traditionellen Gedenkfeier und machte deutlich, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit sei. Zwar sind die jüngeren Generationen in Deutschland ohne die Schreckensbilder eines Krieges in der eigenen Heimat aufgewachsen, beim Blick über den Tellerrand werde jedoch klar, dass Krieg und Terror global durchaus nah seien.

Das Ende des Zweiten Weltkriegs liegt 70 Jahre zurück. Die Stimmen jener, die diesen letzten großen Konflikt miterlebten, verstummten langsam, erklärte das Stadtoberhaupt. Gerade deshalb sei es für eine Gesellschaft wichtig, sich der Kriege zu erinnern, der Toten zu gedenken. Wiesemann rief zu mehr Verständnis auf, spannte einen Bogen zwischen den Vertriebenen der Weltkriege und den heutigen Flüchtlingen. Leid zu mildern, Toleranz zu zeigen, Menschen in Not dabei zu unterstützen, eine neue Heimat zu finden, seien die Aufgabe, denen sich Deutschland und Europa derzeit stellen müssten.

Wie üblich strukturierten musikalische Beiträge das Programm. Dieses Mal interpretierten Evangelischer Posaunenchor, Shalomchor und die Liedertafel den Gedenktag auf musikalische Art und Weise. Neben der Ansprache des Bürgermeisters bildeten ein kurzes Theaterstück und Impressionen aus Ysselsteyn die Schwerpunkte. Schüler der Hönnequellschule hatten ein Stück zum Thema Flüchtlingsintegration einstudiert. Schilderungen vom Besuch der Kriegsgräber in Yssel-steyn stellten anschließend klar, dass persönliche Eindrücke durch nichts zu ersetzen seien. Bilder am Fernseher oder im Internet zu betrachten, gebe dagegen bloß einen Überblick. Diesen Unterschied beschrieben Teilnehmer einer Reise an den geschichtsträchtigen Ort in den Niederlanden, wo mehr als 31 000 Kreuze stehen.

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