Neuenrader feiern ihre Regenten Sylvana und Jens

Alle gemeinsam: Kniebeugen für die Unterstädter Schützen. - Foto: Jentzsch

Neuenrade - Die Sonne spielte mit: Am Schützenfestsonntag herrschte beste Laune bei den Schützen und ihrem Publikum. Bevor es zum großen Umzug ging, sorgten kleine Prüfungen und lustige Strafen für Heiterkeit beim traditionellen Antreten der Kompanien.

Auf dem Bürgermeister-Schmerbeck-Platz in der Altstadt verschaffte sich Stefan Janikowski mit einer Trillerpfeife Gehör. Der Spieß der Kompanie Oberstadt beförderte fünf Nachwuchsschützen zu Gruppenführern. Kordeln und Schulterklappen gab es für Sven Bartel, Sören Schirner, Julian Rademacher, John-Lucca Skora und Tim Grendel allerdings erst nach einer Runde Schubkarre fahren – auf den Händen. Begeistert mit klatschten die zahlreichen Schaulustigen auch bei der Strafe, die fünf andere Schützen über sich ergehen lassen mussten. In der Hocke, mit herausgestreckter Zunge und angewinkelten Armen mussten die Männer über den Platz tanzen, weil sie beim Medaillenschießen im Frühjahr nicht angetreten waren.

Antreten Unterstadt

„Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm...“, stimmte die kleine Abordnung des Musikvereins Gerlingen das Antreten der Kompanie Unterstadt am Neri-Haus ein. Still und stumm gestanden – ein Vorsatz, den viele Grünröcke wieder befolgten, vor allem auch deshalb, um nicht doch noch im letzten Moment Kompanieführer André Jürgens oder Spieß Holger Schlotmann unangenehm aufzufallen und postwendend eine Strafe zu erhalten.

Doch auch wer diesen Plan hegte, wurde enttäuscht, denn die erste Aufgabe für die Unterstädter war eine Gemeinschaftsaufgabe. Drei Kniebeugen ordnete der Spieß an – als Revanche für die ihm im vergangenen Jahr auferlegte Cold-Water-Challenge. „Ah, das haut gut hin. Die sind fit“, kommentierte ein Zuschauer die zu vollster Zufriedenheit der Vorgesetzten erledigte Aufgabe. Und dennoch hatte Schlotmann einen seiner „Schützlinge“ besonders im Visier – nichts hatte der Spieß vom vergangenen Jahr vergessen. Der Schwammwerfer Marten Schumacher bekommt am Montag deshalb die gerechte Strafe: Am Schießstand muss der Schützenkamerad während der letzten Wettbewerbsstunden in der Deckung sitzen.

Neuenrade feiert mit Sylvana und Jens

Auch Freddy Sip fiel dem Spieß kürzlich unangenehm auf. Der Hauptmann schob eine Notdurft vor, um sich nicht die Blöße geben zu müssen, angesichts seiner im Laufe des Abends stark abgenommenen motorischen Fähigkeiten vom weiblichen Geschlecht nach Hause gefahren werden zu müssen. Männlich korrekt türmte der Schütze aus dem Fenster der Gästetoilette – Sonntag bekam er die peinliche Quittung: eine Klorolle schmückte im feierlichen Festzug sein Gewehr.

Aber auch abseits seiner Kompanie-Mannen hatte der Spieß ein wachsames Auge. Die heimische Presse musste aufgrund ihrer Berichterstattung zur Cold-Water-Challenge antreten. Der „Rottweiler“, der die „kühlende Erfrischung im Wassercontainer“ suchte, war dem Spieß dann doch ein zu tierischer und wenig schmeichelhafter Vergleich: Die bissigen Pressevertreter wurden kurzerhand an die Leine gelegt. Dass Beförderungen nicht immer von Vorteil seien können, erfuhren am gestrigen Nachmittag auch Tim Plöger, Robin Munford und Fabian Gaude. Die frisch ernannten Gruppenführer erhielten die mobile Unterstadtkasse, mussten Geld eintreiben, um den Biernachschub zu sichern.

Fantastischer Festzug

Wie im Vorjahr strömten wahre Zuschauermassen zum beeindruckenden Antreten der Kompanien an der Villa und verfolgten dann den fantastischen Festzug durch die Stadt. Ein weiterer Höhepunkt am letzten Wochenende der Regentschaft von Jens Gaude und Sylvana Weßoly. Während sich die Kompanien auf dem Rasen formierten, verfolgte das Regentenpaar das Geschehen anfangs vom Balkon aus. Es folgte das „Abschreiten der Front“ sowie der Gang durchs Spalier der Gewehrsektion. Die Fahrt in der Kutsche durch die Stadt, vorbei an den vielen Passanten, schien für das junge Königspaar ein Genuss zu sein. Am Montag endet das unvergessliche Schützenjahr für Jens Gaude und Sylvana Weßoly, wenn die „beste Zehn“ den Thron übernimmt.

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