Mitglieder des Runden Tischs sehen Besserung

Kurzer Dienstweg zur Barrierefreiheit

Um Barrierefreiheit ging es im Jugendzentrum. Erste Verbesserungen seien in der Stadt mittlerweile sichtbar.

Neuenrade - Es ist immer besonders produktiv, wenn beteiligte Parteien an einem Tisch sitzen und eine konstruktive Atmosphäre herrscht. Das war am Mittwochabend beim Runden Tisch im Jugendzentrum zu beobachten, wo Vertreter der Stadtverwaltung und Menschen mit Handicap beziehungsweise Bürger, die sich für die Schwächeren einer Gesellschaft stark machen, gegenübersaßen.

Wie kann man eine Stadt barrierefreier gestalten? Dieser Frage ging das offene Forum in dieser Form bereits zum neunten Mal auf den Grund. Dabei haben nicht ausschließlich schwer behinderte Menschen mit den Tücken des Alltags zu kämpfen. In Zeiten, in denen der demografische Wandel immer präsenter wird, steigt die Zahl der Älteren, die über gelockertes Gehwegpflaster stolpern oder sich abmühen, um in schlecht zugängliche Gebäude zu kommen.

Mit offenen Augen durch die Welt zu laufen, ist für das Groß der Bevölkerung schwieriger geworden. Den Kopf voller Dinge, die es zu erledigen gilt. Mitmenschen mit Handicap stoßen zwangsläufig auf Zustände, die man verbessern könnte.

Bevor Neues auf den Tisch kam, warf Moderatorin Gabi Bildstein-Ulianowsky einen Blick zurück und analysierte, in wie weit die Punkte des Vorjahresforums umgesetzt wurden. Bei Veranstaltungen im Kaisergarten oder der Villa war aufgefallen, dass Wege zum Beispiel für Rollstuhlfahrer zugestellt waren. Marcus Henninger vom Bauamt meinte hierzu, dass es ganz wichtig sei, sich sofort zu melden und den kurzen Dienstweg einzuschlagen. „Da hat nicht jeder einen Blick für“, entschuldigte er das Fehlverhalten, er sei aber überzeugt, dass solche Kleinigkeiten auf Wunsch schnell aus dem Weg geräumt würden.

In puncto zugeparkte Behinderten-Parkplätze sei keine Abhilfe in Sicht, weil der Stadt das Personal nicht in dem Maß zur Verfügung stehe, um jederzeit und überall zu kontrollieren.

Ein Lob erhielten die Verantwortlichen für die Anpassung der Lautstärke der Ampelsignale. Es habe einen Ortstermin mit der Herstellerfirma, Straßen NRW und Herrn Henninger gegeben, hieß es, und noch am selben Tag seien alle monierten Ampeln entsprechend justiert worden.

In manchen Punkten seien der Stadt aber die Hände gebunden. Zum Beispiel wurde der Wunsch geäußert, gewisse Gebäude des öffentlichen Interesses barrierefreier zu gestalten. Man habe jedoch keine rechtliche Handhabe, privaten Besitzern einen Umbau vorzuschreiben. Außerdem sprächen manchmal auch bauliche Grenzen gegen eine Veränderung. Zum Beispiel sei die Rampe am Kaisergarten eigentlich zu steil, aber aufgrund der Gegebenheiten nicht anders realisierbar. Den Wunsch einer direkten Buslinie nach Plettenberg könne er nachvollziehen, meinte Bürgermeister Toni Wiesemann, solche Projekte seien aber sehr schwer umzusetzen.

Trotzdem, das versprach der Erste Bürger, werde man alles tun, um Verbesserungen zu realisieren – im Rahmen der Möglichkeiten. Und, das gab Wiesemann dem Publikum mit auf den Weg, gebe es im Rathaus immer ein offenes Ohr für Anregungen und Vorschläge.

Von Markus Jentzsch

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