Elf Generationen lang auf einem Hof

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Freuen sich über die Früchte ihrer Arbeit (von links): Matthias Müller, Wilhelm und Anni Müller, Rudolf Tillmann, Barbara Müller und Werner Ahrens.

Neuenrade - Angeregt vom Dorfjubiläum Altenaffelns machte sich Matthias Müller auf die Suche nach seinen Wurzeln. Schnell fand er in Rudolf Tillmann einen Mitstreiter. Am Donnerstag ist nun das Ergebnis ihrer Bemühungen erschienen: Eine Chronik über den Hof, auf dem Müller in Altenaffeln-Hespe lebt; das im Volksmund Hof Klüener genannte Anwesen.

Ein Jahr und neun Monate arbeitete Tillmann an dem Werk. „Das war ein wahres Puzzle-Spiel“, gesteht der gebürtige Balver. „Die Akten lagen ja nicht gerade geordnet in den Schubladen. Und die alten Schriften waren teils kaum zu entziffern.“

Zudem hätte ein Pfarrer „sich notorisch geweigert, etwas zu notieren“. Folge: „Mittendrin fehlten einfach 30 Jahre.“ Doch Müller hebt hervor: „Das Buch ist eine Bereicherung für unser Leben.“

Am Anfang, schildert Tillmann, „standen viele Spekulationen und mühsame Zuordnungen“. Der Autor erklärte: „Namen wurden damals so geschrieben, wie sie gesprochen wurden. Und so schrieb sie beinahe jeder anders.“ Der Ex-Balver atmet tief durch: „Da standen einem manchmal die Haare zu Berge.“

Aber dann wurde klar: Der Ackerwirt Clemens Düllberg gab 1836 seine Hofstelle in Altenaffeln auf und zog auf den Hof in Hespe. Der Küntroper hatte 56 Jahre zuvor Anna Catharina Klüener geheiratet.

Düllbergs Sohn Franz Anton ehelichte kurze Zeit später Anna Maria Louise, eine Geborene Weber. Doch nicht Düllberg oder Weber, sondern Klüener hielt sich als Bezeichnung für den Hof. Der heutige Hof-Besitzer Müller erzählt: „Mich nennen sie heute noch alle Klüener.“

Der Name Müller hingegen kam schon 1863 auf den Hof: Louise – die Tochter von Franz Anton und Anna Maria Louise – ging die Ehe ein mit Anton Müller. Seither wohnen auf dem Hof Klüener seit nunmehr elf Generationen die Müllers: derzeit mit drei Generationen unter einem Dach.

In der fertigen Chronik kommen nun die Drei-Königs-Reliquien, der 30-jährige und der Zweite Weltkrieg ebenso zur Sprache wie die Hexenverfolgung, die in Balve eine Art Zentrum hatte. 89 Orte und 148 Familiennamen finden in dem gut 100-seitigen Buch Erwähnung.

Die reich bebilderte Familien-Geschichte hat der aus Balve stammende Werner Ahrens gestaltet.

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