Windpark im Bereich Kohlberg

Symbolbild.

Neuenrade - Rund 200 Meter hoch sind heutzutage die Windenergieanlagen. Das ist ungefähr so hoch wie der Dortmunder Floriansturm. Und gleich sechs dieser gigantischen Windenergieanlagen der „3-Megawatt-Klasse“ könnten in knapp zwei Jahren im Bereich Kohlberg-Giebel stehen, übrigens im Grenzgebiet zu Dahle.

Gestern wurde der Stein ins Rollen gebracht, zumindest empfahlen die Mitglieder des Neuenrader Bauauschusses dem Rat – bei einer Gegenstimme – die Aufstellung eines sachlichen Teilflächennutzungsplanes Windenergie“. Würde das Projekt realisiert, gäbe es keinen größeren Windpark im Umkreis.

Mit diesem Vorhaben wollen die Neuenrader die Fäden in der Hand behalten mit der Ausweisung dieses rund 85 Hektar großen Areals. Und so wollen die Neuenrader verhindern, dass ein Investor an ungünstiger Stelle auf Neuenrader Stadtgebiet Windräder baut. Somit ist wohl auch die Sache mit den zwei geplanten Groß-Windenergieanlagen in Altenaffeln vom Tisch. Die Anträge seien zurückgezogen worden, hieß es im Ausschuss.

Wie dem auch sei: Der Bauamtsleiter hatte noch einmal umfassend seine Vorgehensweise dargestellt die harten und weichen Ausschlusskriterien erläutert, bei der sich am Ende die Kohlberg-Giebelfläche herauskristallisierte. Um noch die Akzeptanz zu erhöhen, soll es zudem ein Windpark mit finanzieller Bürger-Beteiligung werden.

Kritisch betrachtete FWG-Mitglied Detlef Stägert das Projekt. Er verwies auf die enorme Größe. „Das ist schon stadtbildprägend. Das ist ein Hammer“. Das ursprüngliche Problem werde von Altenaffeln zum Kohlberg verlagert. Zudem verwies er darauf, dass in dem Aufstellungsbeschluss die Höhe der Windenergieanlagen nicht begrenzt sei. Er vermisse in der Vorlage, was man von den Anlagen von Neuenrade aus sehen könne. Zudem habe er gelesen, dass inzwischen gar Anlagen von 300 Meter Höhe möglich seien. Stägert betonte, dass er Windenergie gut fände, aber eben nicht unbedingt in einem Windpark wohnen wolle. Bauamtsleiter Marcus Henniger verwies darauf, dass Höhenbegrenzungen ohne sachliche Begründung nicht machbar sei, deshalb habe man eine Begrenzung bei der Energieleistung eingebaut. Stägert stimmte dennoch gegen den Aufstellungsbeschluss.

Seitens der SPD war man etwas genervt wegen dieses „Lamentierens“. Irgendwo müsse man Flächen ausweisen und dann besser dort, wo man es gerne hätte. Auch Bürgermeister Wiesemann betonte: „Wenn wir das mitmachen, haben wir es auch in der Hand“. Der Ausschussvorsitzende und CDU-Fraktionschef Marc Hantelmann verwies zudem nicht ganz zu Unrecht auf ein Faktum bei dem Szenario: „Wir sind beteiligt, wir haben den Einfluss.“

Der Rat entscheidet am Dienstag über die Beschlussempfehlung.

- Von Peter von der Beck

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare