Nagelneuer Bürgerbus am Start

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Jürgen Hederich präsentiert den neuen Bürgerbus.

NEUENRADE - Ab Montag ist er im Einsatz: der neue Bürgerbus Neuenrades. Es ist der mittlerweile vierte Wagen des 1996 gegründeten Bürgerbus-Vereins und – wie der Geschäftsführer Jürgen Hederich sagt – „ein schönes neues Fahrzeug“. Rund 78 000 Euro hat der nigelnagelneue Bus gekostet.

Vertreter des Bürgerbus-Vereins haben ihn in Thüringen abgeholt. Da hatte noch null Kilometer auf dem Tacho. Zwar wurde der Wagen in Wolfsburg hergestellt, aber in Thüringen zum Bürgerbus umgebaut, zum Beispiel wurde dort noch der Zahltisch eingebaut. Der hat einen Wert von mehr als 1000 Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen gibt zur Anschaffung des neuen Gefährts 35 000 Euro hinzu.

 „Aber es dürfte gern auch mal ein bisschen mehr sein“, appelliert Hederich an die Politik, mal eine Schüppe drauf zu tun. „Denn jetzt ist unsere Kasse wieder blank“, sagt der Geschäftsführer. Durch gesetzliche Vorgaben ist jeder Bürgerbus-Verein verpflichtet, nach spätestens 300 000 gefahrenen Kilometern, sicher aber nach sieben Jahren das Fahrzeug zu ersetzen.

Der alte Neuenrader Bus – seit April 2009 im Einsatz – hat beide Grenzwerte nun erreicht und geht zurück zur MVG, die die ganze Zeit über offizieller Eigner des Wagens war. Der Bürgerbusverein erhält dann eine Auszahlung des – geringen – Restwerts. Der alte Bus hat seine besten Tage nämlich tatsächlich schon gesehen. Alleine in diesem Jahr sind Reparaturkosten in Höhe von rund 5000 Euro angefallen. Der neue mit dem Kennzeichen MK-V 106 soll nun wieder sieben Jahre halten.

 „Die Zeit reicht gerade, um genügend Sponsorengelder zusammen zu bekommen“, weiß Hederich auch Erfahrung, „dass es für einen neuen Wagen reicht.“ Aber die würden ja auch im Laufe der Jahre nicht günstiger. Und jedes Jahr braucht der Bürgerbusverein einen Satz neuer Winterreifen, mit welchen der Bus ganzjährig durch Neuenrade fährt: im Schnitt 40 000 Kilometer im Jahr. Der neue Wagen hat zwei Vorteile im Vergleich zum Vorgänger-Modell: Erstmals haben die Bürgerbus-Fahrer nun die Möglichkeit eine Rückfahr-Kamera zu nutzen. Damit sollte kein Poller mehr ein Problem darstellen.

Und auch die Fahrgäste, besonders jene mit Gehbehinderungen, können sich freuen: „Der neue Einstieg ist gut eine Hand breit tiefer“, hat Hederich bereits bemerkt. „Alleine deshalb ist die Freude über das neue Fahrzeug groß bei uns allen.“ Noch größer wäre die Freunde nur, wenn es neue Fahrer beim Bürgerbus-Vereins gäbe: „Wir suchen immer Nachwuchs“, benennt der Geschäftsführer das größte Problem des Vereins. Im Schnitt ist der Bürgerbus pro Jahr für die Beförderung von rund 12 000 Fahrgästen zuständig.

Da sind weitere Fahrer willkommen. „Wir suchen alle, die gerne einmal alle 14 Tage vier Stunden lang etwas für andere Menschen tun wollen.“ Wer Interesse hat, meldet sich bei Hederich unter Tel. 0 23 92 / 6 08 58.

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