Müllentsorgung: Arbeitskreis soll Konzept erarbeiten

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Jede Menge Müll: In Neuenrade will man das bisherige Wiegesystem auf den Prüfstand stellen. Im Herbst muss ein neues Konzept stehen.

Neuenrade - Ein Arbeitskreis, besetzt mit Vertretern der Fraktionen, mit FDP- und Grünen-Vertreter sowie Fachleuten soll sich um das künftige Müllentsorgungssystem Neuenrades kümmern und ein Konzept erarbeiten.

Ergebnisoffen, denn die Vorgabe der Verwaltung, grundsätzlich ein Wiegesystem beizubehalten, ist nach der jüngsten Verwaltungsratssitzung vom Tisch.

 Längere Statements der Fraktionen hatte es dazu gegeben. Und der Verwaltungsvorstand hatte auch noch mal seine Position deutlich gemacht. Bürgermeister Antonius Wiesemann zudem sagte eingangs, dass er glaube, die Neuenrader seien mit dem Wiegesystem zufrieden.

 Der Verwaltungsvorstand erklärte den versammelten Kommunalpolitikern darüber hinaus, dass Neuenrade als Mitglied des Zweckverbandes ein Stück Unabhängigkeit aufgeben müsse, weil dann die Mitbestimmung in einem solchen Verband nach Einwohnerzahl gehe und Neuenrade mit 12000 Einwohnern keine guten Karten hätte. Auch berichtete der Vorstand, dass man sich Rat beim Städte- und Gemeindebund einholen wolle – wegen einer möglichen „Rekommunalisierung“. Ein Angebot will man sich unterbreiten lassen –wohl gemeinsam mit Herscheid. Von dort habe man Signale bekommen, dass die dortige Politik eine Kostenteilung für ein späteres Gutachten absegnen würde.

Wie dem auch sei: Dennis Uhlig gab für die CDU das Statement ab: Ausgiebig habe sich die Fraktion damit beschäftigt. Demnach hänge man auch nicht unbedingt am Wiegesystem, auch wenn das aus ökologischer Sicht gut sei. Einen Wechsel würde man nur bei deutlicher Einsparung der Kostenstruktur befürworten. Und den aktuellen Beschlussvorschlag könne man ja abändern.

Zuvor hatte Thomas Wette (SPD) durchaus seinen Unmut kundgetan. Die SPD hatte einen Antrag gestellt, nach welchem - grob gesagt - das Neuenrader Entsorgungssystem auf den Prüfstand gestellt werden. Dass im Beschlussvorschlag der Verwaltung das unbedingte Festhalten am Wiegesystem hineingeschrieben war, stieß den Sozialdemokraten sauer auf. Mal eben eine Richtungsentscheidung fällen – bei der gewaltigen Summe, das gehe nicht.

Wette drängte auf Abstimmung – und seitens der SPD hätte man nicht zugestimmt. Auch bei der FWG signalisierte Bernhard Peters, dass man hier nicht so gerne in Richtung Wiegesystem zustimmen würde. Dr. Karl Kaluza (Bündnisgrüne) beratendes Mitglied ohne Stimmrecht, ließ durchblicken, dass man einen ordentlichen Ausgleich hinsichtlich Finanzen und Ökologie gut fände und hoffe, dass der Grünen-Antrag, Grünabgabe am Bringhof kostenpflichtig zu machen (um jene, die keinen Grünabfall produzierten zu entlasten) Eingang in die Beratung fände.

FDP-Ratsmitglied Claudia Kaluza war zudem daran interessiert zu erfahren, was denn die anderem Kommunen gesagt hätten, bei denen man wegen einer eventuellen Zusammenarbeit vorgefühlt habe. Hier ließ der Vorstand durchblicken, dass das im allgemeinen recht schwierig gewesen sei. Unterm Strich jedenfalls, war man seitens der SPD bereit, den Beschlussvorschlag der Verwaltung mitzutragen, wenn denn der Satz mit dem Festhalten an dem Wiegesystem herausgenommen werde.

Das war von CDU und auch vom Verwaltungsvorstand vorgeschlagen worden, außerdem wurde am langen Ende die Expertenrunde im Arbeitskreis um Salim Kuzu erweitert, der wenigstens über die praktische Erfahrung im Umgang mit dem Neuenrader System verfüge, weil er unter anderem das Entsorgungsfahrzeug fährt. So soll es also der Arbeitskreis richten, welcher noch vor der Sommerpause zusammen kommen soll. Ende 2016 läuft der bisherige Entsorgngsvertrag aus; für eine Neuregelung ist ein entsprechender Vorlauf nötig. Und im Herbst muss wohl für Neuenrade eine Entscheidung gefällt werden.

Übrigens: Beim Arbeitskreis mit dabei sein dürfen auch FDP und Grüne, auch wenn sie (noch) keinen Fraktionsstatus haben. Bleibt noch eine interessante Tischvorlage: Danach hatte die Verwaltung die Müllgebühren für Neuenrade, Werdohl und Balve auf eine Person umgerechnet. Bei dieser Rechnung schneidet Neuenrade mit rund 90 Euro pro Person noch einen Tacken besser ab als Werdohl und noch besser als Balve.

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