Mehr als 60 Frühschwimmer im Freibad

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Und plötzlich waren sie zu fünft: Zu Beate Herberg, Gerda und Hans-Jürgen Wennrich sowie Monika Rieke (von rechts) gesellte sich an diesem morgen eine weitere Frühschwimmerin.

Neuenrade - Während mancher mit einem halb geöffneten Augen auf den Wecker schielt und die Entscheidung trifft, sich für ein paar weitere Minuten im weichen, warmen Bettchen nochmal umzudrehen, springen andere bereits ins kühle, erfrischende Nass – die Frühschwimmer im Neuenrader Freibad.

Von ihnen gibt es reichlich, wie Kirsten Middenhoff-Hengesbach am Donnerstagmorgen im Friedrichstal bestätigt. Die DLRGlerin hat an diesem Morgen die Aufsicht und berichtet um 7.10 Uhr: „20 Schwimmer sind bereits schon wieder weg.“

Um 6.30 Uhr öffnet das Neuenrader Freibad. „Da stehen schon einige bereits Schlange“, sagt Middenhoff-Hengesbach. Wer um diese Uhrzeit ins Bad kommt, ist keineswegs nur „der Berufstätige“, der vor der Arbeit ein paar Bahnen zieht. Auch jene, die das Berufsleben bereits hinter sich gelassen haben und Zeit zum Ausschlafen hätten, warten auf den Einlass. Warum? „Wir können nicht anders. Das gehört zu unserem Start in den Tag. Wenn wir nicht kommen, fehlt uns etwas. Dann ist der ganze Tag irgendwie ‚kaputt‘“, erzählt eine Schwimmergruppe.

Gerda und Hans-Jürgen Wennrich haben das Frühschwimmen vor acht Jahren für sich entdeckt. „Zwischen 6.30 und 6.45 Uhr sind wir jeden Tag hier“, sagen sie – auch dann, wenn das gesellige Treffen am Vorabend etwas länger ausfiel. Um 0 Uhr seien sie erst ins Bett gekommen, erzählt Hans-Jürgen. Doch der Spaß am Schwimmen lässt die Disziplin, morgens zeitig aus den Federn zu springen, leichtfallen. „Wir schlafen dann einfach schneller“, scherzt der „Hahn im Schwimmbecken“, denn zur heutigen Schwimmgruppe gehören auch noch Monika Rieke und Beate Hoberg. „Den inneren Schweinehund müssen wir nur manchmal überwinden“, sagt Beate Herberg und Monika Rieke ergänzt: „Aber dann ist es immer wieder herrlich.“

Jutta Ziemann und Helga Gerlach (v.l.) ziehen früh morgens regelmäßig ihre Bahnen im Neuenrader Freibad. „Dank des Mühlendorf-Mobils“ bin ich flexibel und kann hierher kommen“, freut sich Jutta Ziemann über das besondere Angebot des „Service-Wohnen Mühlendorf“.

Frei nach dem Motto „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ gehören die beiden Damen mittlerweile zum „Frühschwimmer-Inventar“ des Freibades. Monika Rieke steigt seit 30 Jahren jeden Morgen ins Schwimmbecken, die „Goldmedaille im Frühschwimmen“ geht aber an Beate Herberg: Seit 50 Jahren ist dieser Frühsport für sie eine Leidenschaft, die sie nur ungern vermisst. „Wenn ich im Urlaub bin, freue ich mich auch deshalb auf zuhause, weil ich dann endlich wieder schwimmen gehen kann.“

40 Minuten und mehr ziehen die vier täglich ihre Bahnen durchs Schwimmbecken – bei Wind und Wetter. „Wenn es draußen frischer ist als im Wasser, schwimmen wir kopfunter“, witzelt Hans-Jürgen Wennrich. „Frühschwimmer kommen immer. Auch bei acht Grad Außentemperatur“, weiß Kirsten Middenhoff-Hengesbach um die Robustheit der treuen „Wasserratten“, deren Anzahl sie nur schwer schätzen kann. „60 sind es bestimmt. Nein, das reicht gar nicht. Es sind viel mehr.“

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