Mehr als 1650 Seiten starkes Info-Paket für Ausschuss

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Auch im Rathaus muss man die Informationsflut verarbeiten und aufbereiten.

Neuenrade - Es ist ein gewaltiger Papierwust, der hier vorliegt: Sage und schreibe 1655 Seiten Verwaltungsvorlage werden zur Vorbereitung der Bauausschusssitzung am 4. Juli präsentiert.

Allein 800 Seiten befassen sich dabei mit den Einwendungen von Bürgern und Behörden – allen voran natürlich der Bürgerinitiative Rettet den Kohlberg. Es wurde alles tabellarisch aufbereitet, mit Kritik, Abwägung und Vorschlag wie zu verfahren ist. Redlich bemüht hat sich hier die Stadtverwaltung alles lesbar und übersichtlich darzustellen.

Mit enthalten sind auch Bedenken und Anregungen aus der ersten Runde, der frühzeitigen Bürgerbeteiligung. Klar ist auch, dass sich Bürger, die Einwendungen hatten sich wegen der Antworten nicht durch das 800-seitige Werk wühlen. Wie Bauamtsleiter Marcus Henninger sagte, bekomme jeder, der eine Eingabe geschrieben habe auch Post mit der Antwort von der Stadtverwaltung. Doch man kann sich auch anhand des 40-seitigen Inhaltsverzeichnisses daran entlang hangeln.

Sichtet man die Bedenken, so wird ganz klar, dass sich Bürger massiv Gedanken um die Beeinträchtigung ihres persönlichen Lebensumfeldes machen und Angst vor einer Zerstörung der vorhanden Natur und des Naherholungsgebietes haben. Tourismus, Gesundheit, Tierschutz, Immobilienwerte oder die Befürwortung des Gebietes in und um Affeln als Standort für Windenergieanlagen werden hier genannt. Immer wieder ist auch von einer Angst um die Gefährdung der Springer Quelle zu lesen. Immer wieder kommt auch der Hinweis auf die Verschlechterung der nachbarschaftlichen Beziehungen.

Ein wenig gebetsmühlenartig, sicher auch aufgrund der sich wiederholenden Anwürfe, wird auf die jeweiligen Bedenken eingegangen. So verweist die Verwaltung immer wieder auf zwei hydrogeologischen Gutachten, in welchen keine Gefährdung der Springer Quelle gesehen wird. Zudem verweist man auf die Flachgründung etwaiger Windenergieanlagen. Die Verwaltung erläutert, warum in Affeln aus Sicht der Verwaltung kein Zone geschaffen werden kann, die den aktuellen Anforderungen entspricht.

 Was mögliche Immissionen von Lärm und Co durch Windenergieanlagen anbelangt, so wird auf die Sicherheitsabstände gemäß geltenden Rechtes Verwiesen und auf das nachgelagerte Verfahren, wo die Angelegenheit mit den Immissionen im Rahmen eines möglichen Bauantrages behandelt werden. Auch auf energiepolitische Stellungnahmen geht man seitens der Verwaltung meist insoweit ein, das man darauf hinweist, dass das alles nicht Gegenstand des Bauleitverfahrens sei oder das Vorhaben davon nicht berührt werde. Umfassende Gutachten und Stellungnahmen Umfassend sind auch die Gutachten, die einen weiteren beachtlichen Teil des Informationspaketes ausmachen.

Hier geht es vor allem um die Artenschutzprüfung II, eine vertiefende Untersuchung zum Beispiel was die sogenannte Avifauna anbelangt (Vögel, Fledermäuse und Co). Wer hier nicht aus Fachkreisen kommt, kann sich hier in die Fledermausmaterie einarbeiten und sich der Methoden-Kritik der Bürgerinitiative an den Untersuchungen und dem Abwägungsvorschlag der Stadt widmen.

Und zum Schluss des gewaltigen Informationspaketes geht es auch noch um etwas anderes als Windkraft: Es geht um den Bebauungsplan Auf dem Felde II in Affeln in die auch die „Geruchsimmissionsprognose“ wegen eines angrenzenden Bauernhofes mit eingeflossen ist. 

Peter von der Beck

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