„Man sollte nicht nur das Ich sehen“ - Hermann Listringhaus wird 80

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Hermann Listringhaus, aktiver und engagierter Neuenrader, wird 80 Jahre alt

Neuenrade - Ein verdienter Neuenrader Bürger feiert am Sonntag einen runden Geburtstag: Hermann Listringhaus, der nach wie vor in den verschiedensten Bereichen aktiv ist, wird 80 Jahre alt.

Der Rat Neuenrades, die Evangelische Kirchengemeinde, das Evangelische Altenzentrum, die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer (SIHK) zu Hagen, der Evangelische Posaunenchor, die MGV-Liedertafel, der Hegering Werdohl-Neuenrade oder der Deutsche Jagdverband – die Liste der Engagements von Hermann Listringhaus der vergangenen Jahrzehnte ist lang. Am 28. August 1936 wurde Listringhaus in Neuenrade geboren und war seit seiner frühesten Jugend im kirchlichen und kommunalen Bereich tätig. „Durch mein Elternhaus war ich kirchlich geprägt und bin so da hinein gewachsen“, erzählt Listringhaus. In der evangelischen Kirchengemeinde war er seit 1972 als Presbyter und von 1984 bis 2009 als Kirchmeister tätig. Als Vertreter der Kirchengemeinde gehörte er auch dem Kuratorium des evangelischen Altenzentrums an, dessen Vorsitzender er zudem ist. Auch an dem Bau dieses Hauses hatte er wesentlichen Anteil. 2004 bekam er vom Pertheswerk das goldene Kronenkreuz, die höchste Auszeichnung der Diakonie, verliehen.

Dies ist jedoch nicht die einzige Ehrung, die Listringhaus in seinem Leben erfahren hat: 2009 erhielt er die Friedrich-Harkort-Medaille für seine über 30-jährige Tätigkeit in verschiedenen Prüfungsausschüssen im gewerblichen Bereich bei der SIHK Hagen sowie für seine Arbeit als Prüfer in der JVA Iserlohn für die Jugendlichen, die dort eine Ausbildung erhalten. Die mit Sicherheit prestigeträchtigste Auszeichnung ist jedoch wohl das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, das ihm 1987 für all seine Tätigkeiten, darunter auch seiner Zugehörigkeit zur MGV-Liedertafel und dem Deutschen Sängerbund und sein Vorsitz im evangelischen Posaunenchor.

„Die Musik liegt mir sehr am Herzen. Ich habe im Gesangsverein und Posaunenchor auch gute Freunde gefunden. Das sind nicht mehr nur Sangesbrüder, mit denen ich schöne Stunden verbracht habe“, erinnert sich Listringhaus. Als nach wie vor aktiver Bürger bemängelt er das fehlende Interesse am Engagement in Vereinen oder der Politik: „Ich dachte immer, dass sich die jungen Leute darauf freuen sollten, nach der Heirat zum Beispiel in einen Gesangsverein einzutreten und einmal in der Woche gemeinsam zu singen. Aber diese Zeiten haben sich wohl, auch aufgrund der neuen Technologien, geändert.“ Auch der fehlende Einsatz in der örtlichen Politik gefällt ihm nicht: „Natürlich ist die Politik an der Basis eine andere als im Bund. Aber man muss ja noch nicht mal in eine Partei eintreten oder ein politisches Amt übernehmen. Man kann sich auch schon als Bürger politisch engagieren. Man sollte auch der Allgemeinheit dienen und nicht nur das Ich sehen“, betont Listringhaus.

Als gestandener Neuenrader Bürger hat er natürlich auch den Wandel der Hönnestadt in den vergangenen Jahrzehnten miterlebt: „Neuenrade hat sich schon sehr verändert. Viele alte Häuser wurden abgerissen und diese Ur-Neuenrader, wie ich sie von früher kannte, gibt es so heute nicht mehr“, sagt Listringhaus. Auch die Ankunft der großen Supermarktketten und SB-Läden habe die Struktur in Neuenrade verändert.

Heute genießt Listringhaus vor allem die Natur und die Musik: Auf seinem 2000 Quadratmeter großem Anwesen pflegt er seinen Garten und genießt die schöne Aussicht. Der Jagd, seiner anderen großen Leidenschaft, will er solange es geht treu bleiben, genau wie der Musik. Seine anderen Positionen, unter anderem bei der SIHK, will er demnächst abgeben und sich gänzlich seinen Hobbys widmen. Seinen morgigen 80. Geburtstag wird er im Kreise seiner Familie, Freunde und Bekannten verbringen.

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