„Platz für Gedanken rund um und in Neuenrade“

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Maik Wiesegart gründete aus eigener Initiative die Gruppe „I love Neuenrade“ und ist einer von insgesamt vier Administratoren, die für Ordnung sorgen. Mittlerweile sind in der geschlossenen Gruppe mehr als 2300 Menschen Mitglied.

Neuenrade - Von Ärgernissen über Hundekot, Vorfreude auf das im Sommer anstehende Schützenfest, anstehende Kulturtermine oder die neugierigen Anfragen, wohin die Feuerwehr gerade ausrückt. Mehr als 2300 Mitglieder hat die die Facebook-Gruppe „I love Neuenrade“, die im November 2011 vom Neuenrader Maik Wiesegart gegründet wurde. Hier wird reger Informations- und Gedankenaustausch betrieben.

Maik Wiesegart, den viele auch als Sänger der Neuenrader Coverband „Entspannungsminister“ kennen, lebte vor mehr als drei Jahren noch in Dorsten, anschließend in Düsseldorf. Er war bereits Facebook-Mitglied und wurde zu damaliger Zeit auf die gleichnamige Dorstener Gruppe aufmerksam. Diese wurde allerdings professionell von einer Agentur betrieben.

„Das fand ich inhaltlich eine tolle Sache. Leute diskutierten, sprachen über Kulturelles und aktuelle Termine. Daraus ist dann die Idee zu der Neuenrader Variante entstanden“, sagt Wiesegart, der dies relativ zügig in die Tat umsetzte und zu Beginn alleine das Zepter als Administrator geschwungen hatte. Er wollte damit global und lokal verbinden, denn „man bleibt ja trotzdem an der Heimat interessiert. So fällt es auch leicht, mit alten Bekanntschaften - auch die Daheimgebliebenen - wieder in Kontakt zu treten und erfährt, was dort so alles abgeht“, sagt er und schmunzelt. „Es ist ein Austauschplatz für Gedanken rund um und natürlich auch was in Neuenrade aktuell ist oder geändert werden sollte.“

Zu Beginn Probleme mit der Lokalpolitik

Anfangs sei es sehr schwierig gewesen, wobei die Gruppe schnell wuchs. Probleme machten hierbei vor allem die lokalen Politiker, die das als Diskussions- und Propagandaplattform „quasi ausnutzten“, erinnert ich der 37-Jährige. „Die Diskussionen über die regionale Politik waren anfangs spannend, gingen jedoch meist schnell in einer Richtung, wo es ausartete. Persönliche Anfeindungen gab es häufiger, so dass ich mit dem damaligen Bürgermeister Klaus-Peter Sasse sprechen musste“, so Wiesegart. Anschließend sei sogar im Stadtrat diskutiert worden, dass diese Art der öffentlichen Polit-Diskussion eingeschränkt werden sollte. Seitdem funktioniere das besser.

„Manchmal ist es auch wirklich anstrengend darauf zu achten, dass in der Gruppe alles geregelt abläuft. Das ist meistens immer themenabhängig. Bei Aufregern ist es klar, dass so mancher User einfach emotionaler reagiert“, weiß Wiesegart aus der Erfahrung von mehr als zweieinhalb Jahren zu berichten. „Manch einer schießt dann doch über das Ziel hinaus. Ich denke, viele Gruppen-Nutzer sollten einfach mal überlegen, ob sie so manche Aussagen auch vor 1000 Neuenradern auf der Bühne des Schützenfestes so tätigen würden“, sagt Wiesegart und grinst dabei. „Da würden die Leute auch mit einem entsprechendem Feedback rechnen können, das sicherlich nicht zwangsläufig positiv ausfallen würde.“ Viele seien sich nicht bewusst, dass das Internet ein „quasi öffentlicher Raum ist.“

Beleidigungen werden nicht toleriert

Mittlerweile seien es insgesamt vier Administratoren, die Wiesegart bei der Arbeit unterstützen. „Über die Arbeitsteilung bin ich auch sehr froh. Es ist halt doch die eigene Freizeit, die man dafür opfert.“ Einträge, die gegen die guten Sitten oder gegen die geltenden Moralvorstellungen - dazu zählen vor allem rassistische und beleidigende Kommentare - würden sofort gelöscht werden. „Natürlich gibt es auch immer wieder Personen, die bewusst provozieren. Wir werfen aber niemanden aus der Gruppe, ohne diese Personen mindestens einmal direkt angeschrieben zu haben. In der Regel reagieren die dann auch verständnis- und rücksichtsvoll und sehen eigenes Fehlverhalten ein.

Es wird sich entschuldigt und dann sollten Konflikte auch begraben sein“, resümiert Wiesegart. Um die Gruppeninhalten übersichtlich zu halten, filtert das Team auch private Angebote aus. „Dafür haben wir vor längerer Zeit auch eine eigene Gruppe aufgemacht, die ein ähnlich gutes Feedback bekommt“, sagt Wiesegart. Verkäufe und Käufe würden den inhaltlichen Rahmen sprengen und so für zusätzliches Chaos sorgen.

Insgesamt gesehen ist Wiesegart ein großer Freund der neuen Technologien und bewertet diese positiv: „Leider hat es das vor 20 Jahren noch nicht gegeben“, äußert sich Maik Wiesegart etwas melancholisch. „Aber auch ohne Internet und Facebook sind wir damals recht gut über die Runden gekommen“, so der Administrator der „I love Neuenrade“-Gruppe.

Von Benny Finger

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