Leerstand in Unterkunft für Asylbewerber

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Ungenutzt: Der Bürotrakt des zur Flüchtlingsunterkunft umgebauten ehemaligen Honeywell-Gebäudes

Neuenrade - In Sachen Flüchtlinge ist es derzeit recht entspannt in Neuenrade. Rund 240 Asylbewerber, mehrheitlich Syrer, beherbergt die 12000-Einwohner-Stadt. Die Quote ist mehr als erfüllt. Avisierte neue Flüchtlinge sind nicht gekommen.

Wie Kurt Maurer, der bei der Stadtverwaltung für den Bereich Flüchtlinge zuständig ist, berichtete, seien einzelne Unterkünfte nicht voll besetzt. An der Bachstraße sind Wohnungen frei, an der Eichendorffstraße ebenfalls, Platz gibt es in der Flüchtlingsunterkunft Gasthof Schweitzer, sowie in der Unterkunft in Affeln. Die angemietete halbe Immobilie im Küntroper Industriegebiet am Gevener Weg (ehemals Honeywell) steht gänzlich leer.

 In der Tat fallen zwischenzeitlich etliche Flüchtlinge auch weg, weil sie im Asylverfahren Fortschritte gemacht haben, einen wie auch immer gearteten Bescheid bekommen haben und zumindest aus dem Ressort der Neuenrader offiziell herausfallen.

Wie Maurer erläuterte, würden diese Gruppe dann in Obhut des Jobcenters kommen. Dazu zählen eben jene mit einem positiven Asyl-Bescheid, oder mit dem immer häufiger ausgesprochenen „subsidiäre Schutz“, eine Art Asyl light (mit ausgesetztem Familiennachzug). Dann sollten die Betroffenen aus dem Übergangsheim ausziehen sich auf eigene Faust eine Wohnung suchen, außerdem machten sie via Jobcenter eine ganze Reihe von Integrationskursen, könnten arbeiten und umziehen.

 So werde auf dieser Art und Weise auch die eine oder andere Wohnung frei. Unproblematisch funktioniere das in der Regel mit Familien normaler Größe. Junge Männer würden hingegen gerne in den Übergangsheimen bleiben, fühlten sich dort wohl. Da müsse man schon ein bisschen nachhelfen.

 Kurt Maurer versicherte aber auch, dass die Anerkannten dann nicht einfach fallen gelassen würden, die Stadt kümmere sich dann durchaus noch, nur nicht in dem Maße wie zuvor. Nicht nur durch Asylbescheide würde die Zahl der Asylbewerber geringer. Der eine oder andere würde auch freiwillig ausreisen. Meist handele es sich dabei um Menschen aus Südosteuropa, doch sogar ein Syrer sei dabei gewesen, dem es hier wohl gar nicht gefallen habe. Gelegentlich hört Kurt Maurer dann, wo der eine oder andere abgeblieben ist. So sei es schon vorgekommen, dass sich Asylanten von ihm verabschiedet hätten. Ansonsten erfährt er wenig vom Verbleib der Menschen, die er länger betreut hat.

Anders ist das im Bereich der Integrationsarbeit Neuenrades. Da käme schon einmal der eine oder andere anerkannte Flüchtling hin. Sandra Horny, unter anderem Integrationsbeauftragte, bestätigt: „Da suchen einige doch noch Rat“. Die kämen immer mal vorbei und ließen sich beraten zu amtlichen Bescheiden oder auch Handy-Verträgen. Dafür habe sie Verständnis. Wer in der Obhut des Jobcenters sei, der sei naturgemäß nicht mehr so behütet wie zuvor. Ob, und wie viele Flüchtlinge der Stadt Neuenrade demnächst zugewiesen werden, vermochte man zumindest gestern bei der Bezirksregierung nicht zu sagen.

Von Peter von der Beck

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