Lara Schrader gewöhnt sich wieder an Neuenrade

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Lara Schrader mit der Flagge des US-Bundesstaates Louisiana.

Neuenrade - Seit knapp zwei Monaten ist Lara Schrader wieder in Neuenrade. Zehn Monate hat die inzwischen 17-Jährige im amerikanischen Louisiana verbracht und ist dort zur Schule gegangen. Regelmäßig hat sie für unsere Zeitung über ihre Erlebnisse und Erfahrungen berichtet. Jetzt muss sich die Schülerin wieder an die deutsche Küche und die deutsche Sprache gewöhnen.

Der Abschied aus den USA fiel Lara Schrader schwer. Gerade von ihrer Gastschwester, mit der sie die meiste Zeit in Winnsboro im südlich gelegenen Lousiana verbrachte, konnte sie sich nur schwer trennen. Auch ihr kleiner Gastbruder habe geweint, erzählt Lara, die an dem Tag ihrer Abreise 17 geworden ist.

Doch auch wenn sie eine tolle Zeit hatte, freute sie sich auf Zuhause. „Ich weiß, dass ich alle irgendwann wiedersehen werde, aber ich bin froh, endlich wieder zu Hause zu sein“, sagt die Schülerin.

Am meisten hat sie sich auf das deutsche Essen gefreut. „Vor allem das, was Mama und Oma kochen“, verrät Lara. Spätzle, Körnerbrot und Currywurst haben ihr am meisten gefehlt. Und sie freut sich, wenn immer Obst im Haus ist.

Essen von Mama und Oma vermisst

„Das hat meine Gastfamilie fast nie gegessen und es war dort auch relativ teuer“, sagt die 17-Jährige. Das Südstaaten-Essen habe ihr nicht so gut geschmeckt. Häufig habe ihre Familie mexikanisch gegessen – und das ist oft sehr scharf: „Das mag ich gar nicht.“ Auch das fettige Essen oder Chips konnte Lara nach einer Weile einfach nicht mehr sehen.

Schwierigkeiten hatte Lara Schrader zu Beginn mit Umstellung auf die deutsche Sprache. Zurück in Deutschland, wo sie kaum noch die Gelegenheit bekommt, Englisch zu sprechen, fallen ihr ab und an deutsche Wörter nicht mehr ein – oder sie sagt etwas automatisch auf Englisch. Auch Filme schaut Lara inzwischen lieber auf Englisch oder sie liest englische Bücher. Ihr Handy ist ebenfalls noch in englischer Sprache eingestellt. Doch ansonsten sei alles so, „als ob ich nie weg war.“

Eines der Highlights ihres zehnmonatigen Aufenthaltes war die Kreuzfahrt nach Mexiko, die Lara mit ihrer Gastfamilie unternommen hat. Doch trotz der schönen Erfahrungen, die die 17-Jährige in Louisiana gemacht hat, gefalle es ihr gar nicht, dass die Amerikaner unzuverlässig und unpünktlich sind. „Das kennt man von hier ja gar nicht“, sagt sie.

Nicht noch einmal für ein Jahr in die USA

Auch die Faulheit und das ewige Fernsehgucken, anstatt draußen etwas zu unternehmen, habe ihr nicht gefallen. Deshalb könne sie sich auch nicht vorstellen, noch einmal für ein Jahr nach Amerika zu gehen. Stattdessen würde sie lieber ein Au-Pair-Jahr in Frankreich oder Schweden verbringen. Auf jeden Fall möchte Lara einen Beruf mit Sprachen und Reisen anstreben, sagt die 17-Jährige. Daher startet sie nach den Sommerferien an einem Wirtschaftsberufskolleg, um ihr Abitur zu machen.

Zu ihrer Gastfamilie in Winnsboro und auch zu ihrer Gastschwester, die wieder in Südkorea lebt, habe Lara ab und zu noch Kontakt. „Sie schicken mir Fotos von ihrem Essen“, sagt Lara und schmunzelt.

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