Langjährige Wegewarte des SGV stellen sich nicht mehr zur Wahl

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Wilhelm Paul (li.) und Walter Irmscher beim Auszeichnen des Wanderweges am Neuenrader Waldstadion. Die Wanderzeichen werden heute mit Kleber / Klebepistole auf den Baumstamm aufgetragen, ein Alu-Schildchen zeigt das jeweilige Wandersymbol.

Neuenrade - Wilhelm Paul und Walter Irmscher waren viele Jahre ehrenamtlich als Wegewarte des SGV tätig. Nun stellten sie sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl, blickten aber auf eine für sie eindrucksvolle Zeit zurück.

Die Wanderwege um Neuenrade kennen sie wie ihre Westentasche. Über ein Jahrzehnt haben sie als Wegewarte des SGV dafür gesorgt, dass jeder Naturfreund auf seiner favorisierten Wanderstrecke blieb, keine Abzweigung verpasste und auf Schusters Rappen zum Ziel kam: Garant dafür waren Wilhelm Paul (73) und Walter Irmscher (72). Vor wenigen Tagen haben sie sich auf der Jahresversammlung der Neuenrader SGVer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl gestellt. Eine Entscheidung, die beiden nicht leicht gefallen sei – dafür lieben sie ihren SGV zu sehr.

Mit Schulterklopfen und Anerkennung haben ihnen die Mitglieder für ihr ehrenamtliches Engagement gedankt. So ganz hat sich das Duo vom Amt des Wegewarts noch nicht verabschiedet. Sollte ein personeller Engpass bei ihren Nachfolgern auftreten oder kurzfristig eine Verhinderung für Probleme sorgen, dann „würden wir natürlich im Fall des Falles nochmals einspringen“, sind sich beide einig. Walter Irmscher und Wilhelm Paul sind Ur-Neuenrader und im Städtchen zählen sie für viele zu vertrauten Gesichtern. Vor vierzig Jahren haben sie sich dem Sauerländischen Gebirgsverein in Neuenrade angeschlossen. Beide hörten 2005 auf den damaligen Vorsitzenden und haben seine Worte, dass sie „der richtige Mann als Wegewart“ seien nicht vergessen und in die Tat umgesetzt.

Insgesamt betreuten sie in ihrer Zeit als Wegewarte bis zu 70 Kilometer, die als Wanderwege rund um Neuenrade führen. Jährlich markierten sie an Baumstämmen rund zwanzig Kilometer mit den typischen SGV-Zeichen. Ein Kreis mit einem „n“ in der Mitte ist das Zeichen für die Neuenrader Wanderwege, steht ein „x“ auf dem kleinen Aluschild, ist ein Hauptwanderweg gemeint und ein gelbes viereckiges Schild mit weißer Schrift verrät den attraktiven und touristisch gefragten Höhenflugweg. Der Rundwanderweg um Neuenrade war ihr Bereich, führte vom Kohlberg bis zum Hexentanzplatz oder vom Hof Raulskamp bis zum Benkamp.

Wie viele Baumstämme Walter Irmscher und Wilhelm Paul markiert haben – sie wissen es nicht genau. Aber es waren viele und immer habe es großen Spaß gemacht, sagten sie schmunzelnd und fügten augenzwinkernd hinzu, dass sie sich gegenseitig das erforderliche Wissen erklärt und beigebracht hätten. Aber auch der entsprechende Sachkurs in Arnsberg wird die Basis für ihr Fachwissen gewesen sein. Die Kennzeichnung der Wanderwege mit Farbe und Pinsel hat im Laufe der Jahre nachgelassen. Heute sind es kleine Aluschilder, die an den Baumstämmen mit Kleber befestigt werden, da sie umweltfreundlicher und pflegeleichter seien.

Besondere Erlebnisse seien den in die Jahre gekommenen Wegewarten nicht in Erinnerung. Kein plötzlich auftauchendes Wildschwein oder Rehe haben sie gestört. Einzig an die Tatsache, dass sie beide einmal ein Handy in der Tasche hatten, das nicht genutzt werden konnte, da der Akku leer war und somit kein Fahrdienst für die Rückfahrt geordert werden konnte, erinnern sie sich. Aber auch bei solch einer Situation hatten die beiden SGV-Recken das Glück auf ihrer Seite. Der Fahrer eines zufällig vorbeikommenden städtischen Fahrzeugs stellte ihnen sein Handy zur Verfügung. Wenn Walter Irmscher und Wilhelm Paul zurückblicken, dann machen sie das mit viel Herzblut und sprechen von „einer schönen Zeit in Mutter Natur, die wir nicht missen wollen.“

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