Neuer Umgang mit Gülle in Affeln vermittelt

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200 Landwirte aus Kreis und Region kamen nach Affeln.

Affeln - Die Gülle – dem Landwirt ist sie lieb und teuer, aber Anwohner von Acker- und Wiesenflächen stoßen sich am beißenden Geruch. Zwei Betrachtungsweisen, die es irgendwie unter einen Hut zu bringen gilt.

Von Markus Jentzsch

Denn, so der Affelner Landwirt Ulrich Peterschulte, es sei absolut im Interesse der landwirtschaftlichen Betriebe, dass die Bevölkerung möglichst nicht gestört werde.

Außerdem, und das wurde am Samstag im Rahmen einer umfassenden Informationsveranstaltung in Affeln deutlich, hätten auch die Landwirte einen Vorteil, wenn die Gülle dort landet, wo sie hingehört – nämlich möglichst im Boden.

Nur dann sei eine effiziente Nutzung des nährstoffhaltigen Naturdüngers möglich, erklärten die Referenten. Vereinfacht: Wenn es riecht, dann liegt Dünger in der Luft und kann den Boden nicht mit Nährstoffen und Mineralien versorgen. Der Landwirt hat also einen direkten Nutzen, wenn er die Gülle nicht weiträumig verspritzt.

Vier theoretische Vorträge standen am Samstagvormittag auf der Tagesordnung. Die Novellierung der Düngeverordnung wurde ebenso intensiv vorgestellt wie die Möglichkeiten der bodennahen und emissionsarmen Ausbringtechnik.

Die Einflüsse der Fütterung auf die Nährstoffausscheidung wurde ebenfalls thematisiert. Landwirte und Lohnbetriebe strömten in die Affelner Schützenhalle und verfolgten im Anschluss die interessante Demonstration der Technik auf den benachbarten Flächen.

Geräte im Wert von Millionen hatten die Hersteller nach Affeln gebracht, um die rund 200 Interessenten aus dem Märkischen Kreis und ganz NRW in die Möglichkeiten moderner Technik einzuführen. Den Laien dürfte vor allem die Gülleausbringung mittels Prallköpfen oder Schwenkdüsen bekannt sein.

Dabei wird die Flüssigkeit mehr oder weniger im großen Bogen auf den Flächen verteilt. Auf den ersten Blick eine preiswerte Methode, aber ineffizient und damit letztlich doch teurer als nötig. „Unter ungünstigen Bedingungen können bis zu 80 Prozent der Düngestoffe bei dieser Art der Ausbringung ihr Ziel verfehlen“, erklärte Ulrich Peterschulte.

Das hätten Untersuchungen ergeben. „Und die Gülle ist wertvoll“, fügt der heimische Landwirt hinzu. Deshalb rücken andere Verfahren in den Fokus der Landwirte, die in einigen Jahren ohnehin gesetzlich verpflichtet sind, effektivere Techniken einzusetzen. Schleppschuh oder Schleppschlauch, Schlitz- oder Injektorverfahren – es konkurrieren mehrere Konzepte am Markt.

In Affeln hatten die Besucher der Infoveranstaltung die Möglichkeit, moderne Technik im Einsatz zu begutachten. „Uns liegt an einem harmonischen Miteinander der Landwirte und der Bevölkerung. Jeder braucht den anderen, und wenn uns die Technik hilft, in Zukunft effektiver und mit geringeren Belastungen zu arbeiten, haben alle etwas davon“, sagt Peterschulte und macht sich für ein besseres Image der Landwirte stark.

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