Künstler Meding will sich von Sägemühle trennen

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Die riesige Holzskulptur eines Pegasus wohnt heute in dem Garten, wo sich einstmals die gesägten Hölzer stapelten.

Affeln - Die alte Sägemühle im Tal der Wellingse zwischen Affeln und Langenholthausen steht zum Verkauf. Der Künstler Dieter W. Meding hat aus dem Gebäude und dem Gelände drumherum eigenhändig ein kleines Paradies erschaffen. Das bewohnbare Schmuckstück gibt er aber nicht um jeden Preis ab.

Ein Objekt mit einem riesigen Platzangebot steht zwischen Affeln und Langenholthausen zum Verkauf. Im Tal der Wellingse reichte die Bewegungsenergie des Baches einst zum Betrieb einer Kornmühle und einer Sägemühle. Als letztere mit der Adresse „Affelner Mühle 4“ vor etwa 20 Jahren stillgelegt wurde, verschwanden die rohen Bäume und gesägten Bretter des kleinen Unternehmens und machten Platz für einen großen Garten, den der Künstler Dieter W. Meding nach und nach anlegte.

Sein größtes Werk war allerdings der anspruchsvolle Umbau des relativ nüchternen Betriebsgebäudes zu einem bewohnbaren Schmuckstück mit imponierenden Dimensionen. „Drei handwerkliche Berufsausbildungen“ halfen dabei entscheidend.

Der Maler und Bildhauer, der an der Ruhrakademie Dortmund Bildhauerei und Plastisches Gestalten lehrt, brauchte Raum für ein großes Wohnzimmer, das bis heute zugleich Präsentationsraum für seine Kunstwerke ist.

Stromgewinnung per Turbine möglich

Gut 6500 Quadratmeter misst das Gesamtgelände. Der dazugehörige Bach, die Wellingse, kommt aus dem benachbarten Affeln und fließt nicht nur durch den Garten, sondern unter dem Haus hindurch in Richtung Langenholthausen. Einst sorgte er mit seiner Strömungsenergie für den Betrieb der Sägemühle. Die technischen Anlagen zur Nutzung der Energie seien kurz vor seinem Einzug noch entfernt worden, bedauert Dieter W. Meding.

Ein noch vorhandener Fallschacht des Wassers erlaube aber die Installierung einer Turbine zur Stromgewinnung. Einer entsprechenden Nutzung des Baches stehe nichts entgegen, erklärt er.

Ein kleines Paradies mit 180 Quadratmetern Wohnzimmer

Aus dem Grasland um die Mühle machte Dieter W. Meding einen Garten mit großem Teich, vielen Bäumen, Weidentipis und zahlreichen Kunstwerken – ein kleines Paradies. Die großen Betriebsräume wurden im Zuge des Umbaus zum Wohnzimmer und einem ebenso großen Atelier: „Wenn jemand mit einem Wohnzimmer von 180 Quadratmetern zufrieden ist, dann passt das“, entwirft Dieter W. Meding das Profil eines potentiellen Käufers und scherzt dabei ein wenig.

Derzeit ist das Wohnzimmer unter den freiliegenden Deckenbalken gut gefüllt mit seinen Gemälden und Skulpturen – ein Ausstellungsraum, in dem sich aber auch viele Werke befinden, von denen sich der Künstler nicht trennen möchte.

Verkauf nur, wenn der Preis passt

Einen Verkauf des Anwesens um jeden Preis lehnt er ab: „Ich verkaufe nur, wenn der Preis passt.“ Für einen höheren sechsstelligen Eurobetrag gibt es über das riesige Wohnzimmer hinaus den vielseitig nutzbaren Atelierraum und zwei Wohnungen von 130 und 60 Quadratmetern.

Im Untergeschoss der ehemaligen Sägemühle befinden sich bis heute mehrere große Werkstatträume. Sie beherbergen derzeit die Arbeitsgeräte des Bildhauers und künstlerischen Bastlers, der mit vielen unterschiedlichen Materialien von Metall über Erde bis Holz arbeitet.

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