Kiku-Kinder machen Kunst mit Beton

In der Kiku entstehen derzeit Tierskulpturen aus Beton. „Die Kinder haben‘s richtig drauf“, lobt Irmhild Hartstein.
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In der Kiku entstehen derzeit Tierskulpturen aus Beton. „Die Kinder haben‘s richtig drauf“, lobt Irmhild Hartstein.

Neuenrade -  Mächtige Brücken werden aus Beton gebaut, beeindruckende Wolkenkratzer streben dank dieses universellen Werkstoffes in den Himmel. Ein Material, das die Menschheit schon seit Jahrhunderten im Bau verwendet und die gewagtesten Architekten-Träume Wirklichkeit werden lässt.

Aus Beton können aber auch filigrane, künstlerische Objekte entstehen. Das erfahren derzeit die Kinder und Jugendlichen in der Neuenrader Kiku, die unter fachkundiger Anleitung an vier Wochenenden in der „Betonwerkstatt“ Schildkröten, Eulen und Marienkäfer formen. Simple Styroporkörper geben den Tieren ihre grobe Form. Mit Draht werden diese verbunden und wenn die strukturellen Vorarbeiten erledigt sind, kann man schon erahnen, was mal daraus werden soll.

Für die Arbeiten verwendet Irmhild Hartstein nicht irgendeinen Beton. Schließlich sollen die Objekte auch im Außenbereich Jahre überdauern, frostfest sein und keine Risse bekommen. Das nötige Fachwissen musste sich die Kiku-Leiterin im Vorfeld erst verschaffen und nahm dazu an einem Kursus beim bekannten hessischen Betonkünstler Sven Backstein teil. Dort lernte Irmhild Hartstein die Finessen kennen, bekam die Eigenarten des ansonsten relativ leicht zu verarbeitenden Materials nähergebracht. Auslöser war ein Neuenrader Spezial-Auftrag. „Mit dem Projekt ‘Oma Herta’ begann alles. Ohne die nötigen Erfahrungen in Sachen Beton hätte ich diese Arbeit nicht ausführen können“, erinnert sie sich an die Anfänge ihrer Beton-Leidenschaft.

„Für Kinder ein idealer Werkstoff“, sagt sie und ist von dem Premieren-Projekt begeistert. „Eines muss ich an dieser Stelle mal festhalten: Die Kinder haben‘s richtig drauf“, fügt sie hinzu, während die Kursteilnehmer der grauen Masse Leben einhauchen, Details herausarbeiten und sie anschließend bemalen – oder „natur“ belassen. „Dann können sie Patina ansetzen. Das hat auch seinen Reiz“, weiß die Künstlerin.

Obwohl die Betonschicht um den Styropor-Grundkörper relativ dünn ist, halten die Objekte einiges aus. Glasfasern sind die Zugabe, die den Beton noch widerstandsfähiger macht. „Und nicht vergessen: Anschließend sauber machen, sonst wird das Werkzeug betonhart“, gibt sie den Kindern einen Tipp. - von Markus Jentzsch

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