Neuenrader Schützenfest: "Das war kein Zufallstreffer, sondern ein Arbeitssieg" 

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Das neuen Königspaar Thorsten und Tanja Kinkel trotzten dem Regen und begrüßten ihr Volk beim Festzug am Sonntag aus der offenen Kutsche.

Neuenrade - Dass die Neuenrader Schützen bei Wind und Wetter feiern können und sich auch von einem kräftigen Regenguss die Stimmung beim Festzug nicht verhageln lassen, ist seit dem vergangenen Schützenfestwochenende klar.

„Ich bin sehr, sehr zufrieden mit dem Ablauf“, zog Domenic Troilo, Zweiter Geschäftsführer der Neuenrader Schützengesellschaft,  Bilanz. Als die Kompanie Oberstadt am Sonntag am Bürgermeister-Schmerbeck-Platz antrat, war die Sonne noch zu sehen, sehr zur Freude der vielen Schaulustigen, die gekommen waren, um die Bestrafungen durch Spieß Tim Grendel zu beobachten. So wurde Domenic Troilo erneut für seine grünen Socken bestraft: Als komplementären Farbtupfer wurden ihm die Fingernägel rot lackiert – unter den Handschuhen durfte er diese beim Festzug auch nicht verstecken. Außerdem musste Frank „Shorty“ Duve ein Bier mit einer sprudelnden Magnesiumtablette trinken, Frank Maiwurm wurde – auch zusätzlich nach unerlaubten Wortmeldungen – zu Kniebeugen und Liegestützen verdonnert.

Es gab jedoch auch lobende Worte von Kompaniechef Stefan Janickowski: „In diesem Jahr haben wir endlich den Stadtpokal zurück erobert – denn er gehört uns ja eigentlich. Ich bin stolz auf euch.“ Nach 13 Jahren war es der Oberstadt gelungen, den Unterstädtern den Stadtpokal abzunehmen. Die Veränderung kam wohl auch durch den neuen Schießmodus zustande. 15 Schützen sowie der Kompaniechef und der Spieß traten im direkten Duell gegeneinander an. Letztlich hatte die Kompanie der Oberstadt vier Ringe mehr und siegte mit 139 zu 135 Ringen.

Schützenumzug der Neuenrader Schützengesellschaft

Einige Strafen gab es auch beim Antreten der Kompanie Unterstadt für die Schützen, die sich in den vergangenen Tagen einen Fehler erlaubt oder Befehle missachtet hatten. So habe Michael Birk den Dienst im Zelt vernachlässigt, um draußen eine Schale Pommes zu verspeisen. Folgerichtig hängte ihm der Spieß der Unterstadt, Holger Schlotmann, ein Schälchen samt Gabel um den Hals. Auch Julia Hahn fiel durch die Missachtung eines Befehls auf, sei sie doch mit Bier beim Eintrommeln erwischt worden. Und da sie dieses auch noch verkleckerte, überreichte ihr der Spieß ein Lätzchen. Zudem wurde sie angewiesen, am Abend Bier für die durstigen Unterstädter zu holen und zur Wiedererkennung mit einem neonfarbenen Aufsatz für die Mütze ausgestattet.

Neuenrader Schützenfest: Antreten der Kompanien

Es gab jedoch nicht nur Strafen, auch Beförderungen nahm Holger Schlotmann vor. So wurden Jessica Gröning, Zvonimir Gratz und Marcel Feldmann zu Gruppenführern ernannt. Außerdem ordnete der Kompaniechef André Jürgens Schießübungen angesichts des diesjährigen Verlustes des Stadtpokals an. „Nächstes Jahr wollen wir den wieder haben“, betonte er.

Das Fest beschlossen die Schützen am Sonntag mit der Königsparty, die Band Querbeat aus Hamm sorgte für die richtige Stimmung. Die Band spielte sich durch alle Genres. Die Musiker zogen alle Register, verkleideten sich etwa als Udo Jürgens oder langhaariger Rockstar. Das Zelt hatte sich zwar merklich geleert, die Tanzfläche indes war gut gefüllt. Begeistert sangen, klatschten oder schunkelten die Feiernden rund um das Königspaar Thorsten und Tanja Kinkel mit der Band.

Gemeinsames Antreten der Kompanien, Festzug und Schützenparty

Domenic Troilo zeigte sich sehr zufrieden mit dem Schützenfest: „Dieses Fest bedurfte einer zweijährigen Planung, besonders aufgrund der Umstrukturierung. Kaum einer hat uns das zugetraut. Aber ich bin sehr, sehr zufrieden. Das war kein Zufallstreffer, sondern ein Arbeitssieg.“ Es gäbe noch kleine Stellschrauben, an denen gedreht werden müsse. Dies wären jedoch keine großen Veränderungen. „Das Fest hat sich schon am ersten Tag etabliert. Das Zelt war nicht überfüllt, die Senioren hatten alle Sitzplätze und am Sonntag ist die Party eskaliert. Das war der Wahnsinn“, blickt Troilo zurück.

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