JZ-Friedensfahrt nach Ypern

Diese Jugendlichen verbrachten das vergangene Wochenende im belgischen Ypern.

Neuenrade - Im Zeichen der steigenden Zahl von Kriegsflüchtlingen auch in Neuenrade stand die elfte Fahrt des Jugendzentrums unter dem Motto „Miteinander in Frieden leben“. Sie führte am vergangenen Wochenende 14 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren ins belgische Ypern, das vor genau 100 Jahren zu den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs gehörte.

Auch damals sei die belgische Bevölkerung vor den Schrecken des Krieges geflohen – ebenso wie Menschen aus Syrien, Afghanistan oder anderen vom Krieg bedrohten Ländern heute gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Daran erinnerte Altbürgermeister Klaus Peter Sasse, der zusammen mit Jugendzentrumsleiterin Gabi Bildstein- Ulianowsky und JZ-Mitarbeiterin Maria Ouroumis die Teilnehmer betreute.

Nachdem die JZ-Leiterin bei einer Zukunftswerkstatt Ypern als Fahrtziel ins Gespräch gebracht hatte, setzten sich die Jugendlichen intensiv mit der Geschichte der flämischen Stadt auseinander. Etwa eine halbe Million Soldaten seien dort im Ersten Weltkrieg gefallen, als Briten und Franzosen gegen die deutschen Truppen kämpften. Ausführlich besichtigte die Gruppe das Flanders Fields Museum, das in den berühmten Tuchhallen von Ypern untergebracht ist. Die Stadt wurde im Krieg fast völlig zerstört und verwüstet, doch die Bewohner kehrten zurück und bauten Ypern in traditionellem Stil wieder auf.

Anhand von Fotografien, Filmen und historischen Gegenständen dokumentiert das Museum das Leben und Sterben der Soldaten an der Westfront. „Beim Eintritt in die Tuchhallen erhielt jeder Fahrtteilnehmer ein weißes Armband mit einer roten Mohnblume – ein Symbol für eine neue Identität.

Damit wollte das Museum daran erinnern, dass in den Armeen des Ersten Weltkriegs jeder Soldat eine zusätzliche Identität in Form einer Nummer erhielt, die er jederzeit bei sich tragen musste“, berichteten die Teilnehmer. Das Mohnblumenrot sei im Ersten Weltkrieg ein Symbol für die Gefallenen in Flandern gewesen, erklärte Bildstein- Ulianowsky.

Von Ypern aus ging es anschließend nach Ostende. Mit einem Besuch der Herbstkirmes und des Marktes klang die Fahrt aus. Die Jugendlichen waren von der Fahrt begeistert. „Durch den Museumsbesuch haben wir viel über die Geschichte Yperns und den Ersten Weltkrieg gelernt“, sagte eine Teilnehmerin. „Bis heute werden in Ypern noch gefallene Soldaten identifiziert. Es wäre sehr schön gewesen, wenn wir noch einen Tag mehr zur Verfügung gehabt hätten“.

Die JZ-Leiterin bedankte sich abschließend bei Bürgermeister Antonius Wiesemann, der CDU-Frauenunion und dem Service-Wohnen Mühlendorf, die die Fahrt mit Spenden unterstützt hatten.

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