Jugendliche besuchen Jugendzentrum und Firma Echterhage

Verborgene Interessen wecken

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Neuenrade - Wenn Mädchen an Maschinen arbeiten und Jungs im Jugendzentrum aushelfen: Im Rahmen des bundesweiten 16. Girls’ Day’s und 5. Boys’ Day’s besuchten sieben Mädchen von der Hönnequellschule und zwei Jungs von der Gesamtschule Werdohl die Firma Echterhage, während zwei Jungs und ein Mädchen von der Hönnequellschule den Tag mit Maria Ouroumis im Jugendzentrum verbrachten.

Morgens um halb neun ging es bei Echterhage los. Nachdem jeder sein Namensschild erhalten hatte und über die Berufsbilder und Anforderungen des technischen Zeichners und des Industrie- und Zerspanungsmechanikers gesprochen wurde, durften die Jugendlichen zunächst auf Papier eine Tasse zeichnen. Dies war jedoch schwerer als gedacht, da hier kein normales Bild einer Tasse gefragt war, sondern eine räumliche Darstellung einer Tasse.

Nachdem das geschafft war, schauten die Jugendlichen einem Konstrukteur über die Schulter, während der mit einem Auto-CAD-Programm (computer aided design - zu deutsch: mithilfe eines Computers erstellte Zeichnung) die Tasse „nachbaute“. Danach durften sie auch selbst an dem Programm Hand anlegen und eine Figur zeichnen.

Zum 16. Mal findet in diesem Jahr der Girls Day statt. In für Mädchen klassisch untypischen handwerklichen, natur- und ingenieurwissenschaftlichen- sowie IT-Berufen können sich Mädchen ab der fünften Klasse für einen Tag bundesweit ausprobieren - um so eventuell verborgene Talente und Interessen zu entdecken und dementsprechend ihre Berufswahl spezifischer und selbstsicherer gestalten zu können.

Der Boys Day, der in diesem Jahr zum fünften Mal stattfindet, soll wie der Girls Day die geschlechterspezifische Rollenverteilung in der Berufswelt aufbrechen und Jungs in hauptsächlich soziale Berufe wie Erzieher oder Kranken- und Gesundheitspfleger schnuppern lassen. Trotzdem haben sich in die Besuchergruppe in der Firma Echterhage zwei Jungs geschlichen - der Maschinen und Roboter wegen.

Im Jugendzentrum bekamen die Siebt-Klässler der Hönnequellschule für vier Stunden einen Einblick in die pädagogische Arbeit von Maria Ouroumis. „Sie waren erst mit mir im Rathaus und dann haben die Jungs das Außengelände vom Jugendzentrum gereinigt“, berichtet Ouroumis, die auch eine der Haupt-Organisatoren des sechs-wöchigen Ferienprogramms im Sommer ist.

„Chiara hat dann für alle Mittagessen gekocht“, so Ouroumis weiter. Auch für die Gastgeber ist der Girls und Boys Day wichtig. „So kommen mehr potentielle weibliche Auszubildende zu uns “, erläutert Melanie Richter, Assistentin der Geschäftsleitung. Bei Zerspanungstechniker Manuel Aumann lernten die Jugendlichen, wie ein Produkt an der Fräsmaschine entsteht.

„Hier erleben sie von der Zeichnung bis zur Produktion, wie ein Produkt entsteht. Weibliche Zerspanungstechniker gibt es eigentlich so gut wie gar keine“, sagt Aumann. Für Lisa-Marie haben sich die Erwartungen an den Tag erfüllt: „Ich bin hier her gekommen, weil ich mich für das technische Zeichnen am Computer und die Maschinen interessiere. Es hat mir Spaß gemacht, alles einmal auszuprobieren.“

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