Jugendliche besuchen in den Ferien Kriegsgräberstätte

Jugendliche frischen die Inschriften auf – diese Aufgabe kommt mittlerweile nicht mehr jeder Gruppe zuteil. - Fotos: Privat

Neuenrade/Ysselsteyn - Während Kriegsgräber früher in erster Linie Orte der Trauer und des individuellen Gedenkens waren, werden sie heute zunehmend – gerade für die nachfolgenden Generationen – zu Lernorten der Geschichte.

Eine Woche verbrachten 16 Neuenrader Jugendliche im holländischen Ysselsteyn. Die Stadt ist als außerordentlicher Lernort zum Thema Frieden seit 28 Jahren ein Freizeitangebot der Stadt Neuenrade.

In Ysselsteyn befindet sich eine Kriegsgräberstätte. Auf dem einzigen deutschen Soldatenfriedhof ruhen mehr als 33 000 Opfern beider Weltkriege. „Es war eine spannende Mischung aus Arbeiten auf dem Friedhof, Besuch im Kriegs- und Widerstandsmuseum in Overloon und die Begegnung und Gespräche mit dem noch lebenden Zeitzeugen Jacques van Trommel – also echte Seminararbeit zum Thema Frieden“, berichtete Organisatorin Sabine Protzer.

Der spezielle Mix aus Geschichte, Friedensarbeit und Freizeit sei eine treffende Beschreibung für die besondere Ferienmaßnahme der Stadt Neuenrade, die vom Rotary-Club Altena-Werdohl-Plettenberg, weiteren privaten Spendern sowie von der CDU Frauen Union und der SPD finanziell unterstützt werde, so Protzer weiter.

Neben dem Besuch des Friedhofs gab es auch ein attraktives Freizeitangebot. Der jährliche Besuch im Freizeitpark „Toverland“ gehörte – bei fast tropischen Temperaturen – ebenso dazu wie eine beinahe tägliche Abkühlung im nahegelegenen Baggersee. Auch sportliche Aktivitäten oder ein Spieleabend in großer Runde um den Feuerkorb gehörten zum Ferienprogramm der Neuenrader Jugendlichen.

Der Besuch der Kommunalpolitiker aus der Heimatstadt, unter Führung von Bürgermeister Antonius Wiesemann, bot eine gute Gelegenheit, das Engagement der jungen Leute eindrucksvoll zu dokumentieren. Die Politiker zeigten sich beeindruckt. Auch die Betreuer der Ferienmaßnahme waren beeindruckt. Sabine Protzer und Frederik Sip begleiteten die 16 Mädchen und Jungen durch die Woche und freuten sich auch über den Besuch der Vertreter der „Hönnequellschule“, Thorben Schürmann und Nadine Balz, die das Projekt schon im Vorfeld mit unterstützt hatten.

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