Jubiläumsfeier bei Ossenberg-Engels

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Gemeinsam mit Bürgermeister Antonius Wiesemann und der SPD-Bundestagsabgeordneten Dagmar Freitag feierte Familie Ossenberg-Engels gestern das 90-jährige Bestehen des Familienbetriebs im Küntroper Gewerbegebiet.

Küntrop - 90 Jahre, vier Generationen, eine Leidenschaft: Draht. Die Firma Ossenberg-Engels feiert Geburtstag. Familie und Mitarbeiter trafen sich am Freitag mit Geschäftskunden und Lieferanten. Am Samstag feiert die Firma mit Freunden.

Wohl jeder, der ein Auto hat, hat auch ein Teil aus der Firma im Küntroper Gewerbegebiet. In Autotüren, Cabriodächern, Sitzen und an der Karosserie beispielsweise stecken die Teile. Aber auch auf dem Bau oder in Elektrogeräten sind sie zu finden. „Wir erobern immer wieder Nischen, das ist unser Erfolgsrezept“, sagt Ralf Ossenberg-Engels, der das Unternehmen derzeit in der vierten Generation führt. 1925 gründete sein Ur-Großvater Emil Ossenberg-Engels die Firma. Damals noch an der Dahler Schulstraße.

Zwei Lohnarbeiter beschäftigte das Unternehmen, das damals noch Nieten bohrte. Drei Maschinen nutzten sie dafür: eine Nietpresse, eine Schlagmaschine und eine Stanze. „Leider haben wir keine Bilder oder Aufzeichnungen aus dieser Zeit“, erklärt der Geschäftsführer. Das Unternehmen entwickelte sich weiter. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging es steil bergauf und es wurde eng. So erfolgte Mitte der 1970er-Jahre der Umzug nach Evingsen. Das Unternehmen expandierte und arbeitete nun bereits mit zwölf Mitarbeitern. Drahtbiegemaschinen und die ersten Sondermaschinen wurden angeschafft.

Ralf Ossenberg-Engels führte die Gäste durch den Betrieb.

Schon damals verstand sich die Firma auf Nischen. Das Hauptprodukt: Gardinenhakenringe und Pumpenspitzen. Teile, die gebraucht wurden, aber kaum jemand herstellte. „Es wurde immer klarer, dass der Bereich Kaltumformung unser Hauptgebiet werden würde“, so Ossenberg-Engels. Artikel mit hohen Anforderungen, die also nicht nur gebogen, sondern auch gestaucht, geprägt oder reduziert werden, wurden zum Markenzeichen.

Das Unternehmen schaffte immer mehr Sondermaschinen an. Bald gab es kaum noch etwas, was der Betrieb nicht fertigen konnte. Drei Mal baute das Unternehmen an – bis auch der letzte Platz verbraucht war. Es folgte 2014 der wohl größte Schritt in der Ära des Unternehmens: Der Umzug von Altena nach Neuenrade.

30 Mitarbeiter sind mittlerweile dort beschäftigt – und es sollen noch mehr werden. „Die Faktoren Mensch und Wissensmanagement sollen in den kommenden Jahren eine größere Rolle spielen“, erklärt Ralf Ossenberg-Engels. Es gelte, junge Fachkräfte einzuarbeiten. „Ein Drittel unserer Mitarbeiter arbeitet mehr als 30 Jahre bei uns. Das ist toll. Ein unglaubliches Wissenspotenzial, aber wir müssen die Zukunft im Auge behalten“, sagt der Geschäftsführer. Daher denke man derzeit darüber nach, auch auszubilden, um so junge Menschen früh in die speziellen Aufgaben einzuführen. „Das ist so ein Fachgebiet, das lernt man in einer anderen Metallausbildung nicht“, erklärt Ossenberg-Engels. Die Arbeit mit Hochschulen und Praktikanten soll ebenfalls intensiviert werden. Eine Investition in Menschen sei schließlich auch immer eine Investition in die Zukunft.

Dass der Betrieb auch in der fünften Generation in Familienbesitz bleibt, scheint gesichert. Sohn Jonas Ossenberg-Engels studiert derzeit BWL und bereitet sich auf seine neuen Aufgaben vor. „Drei Generationen in einer Firma ist eine gute Sache. Man profitiert von Erfahrungen und neuen Erkenntnissen“, so Ralf Ossenberg-Engels. Sei Vater Martin sei, auch wenn er nicht mehr im Betrieb aktiv ist, immer sein erster Ansprechpartner bei betrieblichen Überlegungen. - Von Lydia Machelett

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