Jubiläum: Feier im und für das Philipp-Neri-Haus

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Von links: Pfarrer Andreas Schulte, Bürgermeister Antonius Wiesemann, Dr. Peter Fabritz, Pfarrer Dieter Kuhlo-Schöneberg und Pater Kamil neben der Philipp-Neri-Figur.

Neuenrade  Zur – verspäteten – Feier des 25-jährigen Bestehens des Philipp-Neri-Hauses, ein zentraler und wichtiger Versammlungsort der Neuenrader Katholiken, kamen am Sonntag viele Menschen zusammen.

Doch zunächst versammelten sich die Christen in der katholischen Kirche zum Gottesdienst, der von Dr. Peter Fabritz geleitet wurde, welcher bis 2010 in Neuenrade als Geistlicher wirkte.

Unterstützt wurde Fabritz von Pater Kamil und dem Pfarrer aus Balve, Andreas Schulte. Dies war jedoch nicht die einzige Besonderheit. So wurde Frieda Aenne getauft und dadurch in den Bund der Kirche aufgenommen. Der gemischte Chor „Cantando“ aus Langscheid begleitete das Hochamt musikalisch. Fabritz hielt eine besondere Predigt, in der sich sein rhetorisches Talent zeigte. So stellte er zunächst einen persönlichen Bezug zum Philipp-Neri-Haus her, indem er berichtete, dass er sich bei seinem Amtsantritt gefragt habe, warum sich der damalige Pastor Reinhold Simon gerade den Geistlichen aus Italien als Namenspatron ausgesucht hatte.

Um diese Frage zu beantworten, ging Fabritz auf die Geschichte des Heiligen ein. So sei Neri in Florenz geboren worden und 1534 nach Rom gegangen. Ein „Apostel der Großstadt“, erklärte der Pfarrer weiter. Als gläubiger Christ habe er Gespräche mit den Menschen auf der Straße geführt und so den Glauben an sie herangetragen. Das Gemeindehaus sei also ein Ort, an dem die Trennung zwischen weltlicher Feier und christlichem Glauben aufgehoben werden sollte, so Fabritz. „Wir sind immer Christen“, betonte er. Dies sei die Botschaft Philipp Neris gewesen. Auch Frieda werde durch ihre Taufe immer Christin sein. Nach der Eucharistie und dem feierlichen Auszug wurde das Fest wegen des schlechten Wetters zum großen Teil in das Philipp-Neri-Haus verlagert, lediglich zur Versorgung mit Speisen und kalten Getränken mussten sich die Besucher in den strömenden Regen wagen.

Eifrig wurden während des Jubiläums Lose für die gut bestückte Tombola verkauft. Beim Kauf von zehn Losen gab es zusätzlich einen Schnaps als Bonus.

Für die Unterhaltung der Gäste wurde ebenfalls gesorgt, dazu war „Der Mundwerker“ Michael Klute eingeladen worden, der auf ungewöhnliche Art und Weise musizierte und die Anwesenden unterhielt. So zeigte er zum Beispiel, wie man einer Handsäge melodische Töne entlockt. Dabei bezog er auch das Publikum mit ein. So mussten Gäste entweder eine große Trommel schlagen oder wurden mit allen erdenklichen Arten von Rasseln ausgerüstet. Ein Höhepunkt des Tages war die große Tombola, bei der 25 Preise, darunter Grills, eine Kaffeemaschine, ein Staubsauger und verschiedene Gutscheine zu gewinnen waren. Besondere Begehrlichkeiten weckte eine von Zimmerei Ross hergestellte Gartenbank. Die Sternsinger nutzten die Feier, um auf ihre Fahrt nach Trier am 5. September aufmerksam zu machen. Dort werde der Begleitfilm zur Sternsingeraktion im kommenden Jahr vorgestellt. Da die Teilnehmerzahl für die Premiere auf 16 Personen begrenzt sei, wolle man für die anderen Mitreisenden ein Alternativprogramm anbieten, des Weiteren solle noch eine Übernachtung in Trier angeschlossen werden. Diese Pläne brauchen noch finanzielle Unterstützung, sodass Spenden gesammelt wurden. Der Bürgermeister der Stadt Neuenrade, Antonius Wiesemann, der Balver Priester Andreas Schulte sowie der evangelische Pfarrer Dieter Kuhlo-Schönenberg richteten noch einige Grußworte an die Versammelten. Kuhlo-Schönenberg betonte dabei, dass im Philipp-Neri-Haus immer etwas los sei. „Ich finde das so schön“, sagte er merklich begeistert. Als kleines Präsent überreichte er ein gerahmtes Bild von Philipp Neri.

Die Feier würde die Handschrift von Pastor Reinhold Simon tragen, so Kuhlo-Schönenberg, der dabei auf das Bild Simons deutete, welches als Andenken an den beliebten Geistlichen im Saal des Philipp-Neri-Hauses hängt. Zur Geschichte des Hauses: 1988, nach rund einjähriger Bauzeit, wurde das Philipp-Neri-Haus fertig gestellt. Der damalige Rendant Udo Overbeck erinnert sich: „Die Herstellung kostete damals eine Million Mark“ (rund 500 000 Euro). Finanziert worden sei das Haus überwiegend aus Spenden und Eigenleistung. Ein gewisser Anteil sei über das Bistum Essen finanziert worden, hieß es von Overbeck auf Nachfrage.

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