Integrationslotsen erhalten den Bürgerpreis

Stellvertretend für alle Neuenrader Flüchtlingshelfer nahm Anton Schlotmann den Bürgerpreis 2015 der Stadt Neuenrade entgegen.

Neuenrade -  Die Integrationslotsen sind 2015 die Träger des Bürgerpreises der Stadt Neuenrade.

Stellvertretend für alle, die sich für die derzeit 145 Flüchtlinge engagieren, nahm Anton Schlotmann die Urkunde aus der Hand von Bürgermeister Antonius Wiesemann entgegen. „Ich bin stolz, als Bürgermeister auf dieses bürgerschaftliche Engagement zurückgreifen zu können“, sagte Antonius Wiesemann in einem Rahmen, der festlicher kaum hätte sein können: Im Kaisergarten feierten Neuenrades Bürger 25 Jahre deutsche Einheit und die Städtepartnerschaft zu Klingenthal, die im Sommer 1990 feierlich beschlossen wurde.

Der erste Bürger der Stadt zog eine Parallele zwischen seinem damaligen Vorgänger und dem Kanzler der deutschen Einheit: „War Helmut Kohl der Vater der deutschen Einheit, so war Hans Schmerbeck der Vater der Städtepartnerschaft Neuenrade-Klingenthal, für die er sich unermüdlich eingesetzt hat.“

Es war die Geschichte der Musikinstrumentenherstellung, die die beiden Städte zusammenbrachte: Schon am 8. September hatte der Rat der Stadt Neuenrade auf der Grundlage bereits bestehender freundschaftlicher Beziehungen beschlossen, eine Städtepartnerschaft mit Klingenthal anzustreben. Die kommende deutsche Einheit machte diese dann möglich.

Die damit verbundenen Aufgaben bestimmten die ersten Jahre der Partnerschaft: „Privatpersonen, Vereine und sonstige Institutionen aus Neuenrade fuhren häufig nach Klingenthal, um Hilfsgüter wie Kopierer, Bücher, Fahrzeuge für die Sozialstation oder gar eine Straßenbaumaschine dorthin zu bringen“, erinnerte sich der heutige Bürgermeister.

Martin Thomas, ehemaliger stellvertretender Stadtdirektor von Neuenrade, dachte zurück an seinen persönlichen Einsatz für den Aufbau neuer kommunaler Strukturen in Klingenthal. Eine Formulierung war ihm dauerhaft im Gedächtnis geblieben: „Ich will aber nichts gesagt haben“, hörte er immer wieder von den Vogtländern – selbst dann, wenn es um das Thema Musik ging. Thomas erinnerte an die Vorgeschichte der umfassenden Bespitzelung einer ganzen Bevölkerung, die solche Vorsicht erzeugt hatte.

Klingenthals Bürgermeister Thomas Hennig sprach von einer „Silberhochzeit“ der beiden Städte und verglich die politische Vision des ehemaligen Stadtoberhauptes Hans Schmerbeck mit dem Werk eines Komponisten. Den Bürgern beider Städte kam in diesem Vergleich die Rolle des Orchesters zu. Gemeinsam mit den Klingenthaler Gästen Uschi und Gerhard Nöbel, die für ihren unermüdlichen Einsatz für die Städtepartnerschaft geehrt wurden, trug sich Klingenthals Bürgermeister schließlich in das Goldene Buch der Stadt Neuenrade ein.

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