Integrationsarbeit an der Burgschule

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Bestens amüsierten sich die Burgschüler bei dem lehrreichen Puppentheaterstück von Hille Pupille.

Neuenrade - 18 Flüchtlingskinder werden derzeit an der Burgschule unterrichtet. Und das tägliche Miteinander an der Burgschule funktioniert nach Angaben von Schulsozialarbeiterin Kristin Scholl nahezu reibungslos. Es gebe zwar Konflikte, aber das seien die üblichen Probleme im Umgang der Schüler untereinander und hätten nichts mit der Herkunft der Kinder zu tun.

 In den meisten Klassen ist ein Flüchtlingskind untergebracht, nur in der aktuellen 4a gibt es drei Kinder – davon ein Zwillingspärchen. Die Kinder stammen aus dem Kosovo, aus Bosnien und Montenegro, aus Syrien, dem Iran, aus Rumänien und Armenien. „Seiteneinsteiger“ werden sie im Schuljargon genannt, zwei Jahre behalten sie zunächst diesen Status.

Schwierig wird es in Einzelfällen mit den Deutschkenntnissen. Ein Kind ist im 3. Jahr hier und verfügt nur über „suboptimale Deutschkenntnisse“. Es gibt eine Vorgehensweise mit der man versucht die Kinder zu integrieren. Die Kinder werden demnach ihrem Alter entsprechend auf die Klassen verteilt und zwar jeweils ein Jahrgang niedriger, als normalerweise nötig. Zudem bemüht man sich um eine gleichmäßige Verteilung in den Klassen.

Die Voraussetzung bei den Kindern sind dabei höchst unterschiedlich, heißt es in einem Schreiben der Burgschule: So haben die Kinder zum Teil überhaupt keine Deutschkennnisse oder gar überhaupt keine Erfahrung mit dem Thema Schule. Im Rahmen der Unterrichtsarbeit werde dann versucht, an die jeweiligen Vorkenntnisse – beispielsweise in Mathematik – anzuknüpfen. Über auf den Einzelfall abzustimmende Maßnahmen und mit Hilfe verschiedensten Schulmaterials (das zum Teil neu angeschafft wurde oder wird) versucht man die Kinder zu integrieren. Auch nutzt man den Bereich „Deutsch als Zweitsprache“, um den Kinder zu helfen. Die Schulleitung setzt natürlich auch auf den Einsatz ehrenamtlichen Helfer („wenn vorhanden“) um die Kinder möglichst schnell mit der deutschen Sprache vertraut zu machen. Mit all den Maßnahmen geht die Gewöhnung an den schulischen Alltag dann einher. Dazu passt das Präventionskonzept der Abteilung Erzieherischer Jugendschutz des Jugendamtes des Märkischen Kreises.

Um nicht erst Konflikte mit Flüchtlingen, Mitglieder anderer Kulturen aufkommen zu lassen, setzt man seitens des Jugendamtes wie Andrea Henze und Evelin Schöfferauch gestern erläuterten, auf spezielle Methoden. Dazu gehört auch die Kulturpädagogik. So konnten sich gestern knapp 350 Schüler der Burgschule in zwei Etappen das Figurentheater Hille Pupille mit ihrem Stück ... „und wir sind anders“ in der Aula der Hönnequellschule anschauen. Ein Stück über das Anders-Sein und wie man damit umgehen könnte. Da war die Story von einem Hühnerstall, in den nun jede Menge fremde Hühner hinzukamen, die nun gar nicht die Sprache der Einheimischen verstehen. Aufgearbeitet wurden in dem Stück die Themen Toleranz, Freundschaft, Kennenlernen und viele Dinge und Problemchen die sich dabei ergeben.

 Und aufgezeigt wurden dabei auch Lösungsansätze, Denkanstöße wurden gegeben, die Kinder amüsierten sich. Im Unterricht wird das Stück dann noch einmal mit Lehrmaterial nachbereitet. - Von Peter von der Beck

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