Inge Blask zu Gast bei Jahreshauptversammlung der SPD

„Wir müssen Rückgrat zeigen“

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Landtagsabgeordnete Inge Blask schwört ihre Parteigenossen auf den bevorstehenden Wahlkampf ein.

Neuenrade - Neben der Wiederwahl aller Positionen waren der bevorstehende Wahlkampf, die Infrastruktur im Märkischen Kreis sowie die schwindenden Hausärzte auf dem Land bestimmendes Thema auf der Jahreshauptversammlung der SPD im Kaisergarten.

„Wo sollen denn die, die einen neuen Hausarzt brauchen, noch einen finden?“ fragt alter und neuer Vorsitzender Thomas Wette. Gerade in ländlichen Gegenden finden Hausarztpraxen seit einiger Zeit keine Nachfolger mehr und in Neuenrade ist schon jeder dritte Hausarzt über 70. „Innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre wird es sehr eng werden“, prophezeit Wette. 

Um den Ärzteschwund ein wenig zu bremsen, bietet der Märkische Kreis seit Anfang 2015 Stipendien mit anschließender fünfjähriger Arbeitsverpflichtung im Märkischen Kreis. „Bis jetzt wurden auch schon einige Stipendien vergeben. Da selbst Märkische Kliniken nicht mehr interessant für junge Ärzte sind, ist dies eine wichtige Maßnahme“, berichtet die wiedergewählte stellvertretende Vorsitzende Ulrike Wolfinger. „Gerade die Stelle des Hausarztes, die häufig von Frauen innegewohnt wird, ist eine sehr undankbare. 

Die Ausbildung ist eine der schwersten und längsten und am Ende ist die Bezahlung sehr schlecht. Viele wollen unter diesen Bedingungen verständlicherweise nicht mehr arbeiten“, bemerkt Landtagsabgeordnete Inge Blask. Laut der Ärztlichen Vereinigung gäbe es genug Hausärzte in NRW, jedoch konzentrierten sich diese auf die Ballungsräume. „Ein Medizinisches Zentrum wie in Balve wäre eine gute Maßnahme. Auch die Städte selbst könnten Ärzte anstellen“, schlägt Blask vor.

Auch die Infrastruktur in Neuenrade wurde thematisiert: „Für den Breitbandausbau wurde ein Förderprogramm von 500 Millionen Euro beschlossen, um bis 2018 50 Mbits sicher zu stellen“, kündigt Blask an. Dies sei vor allem in Gewerbegebieten wichtig. „Wir werden sonst abgehängt. Firmen kommen erst gar nicht mehr zu uns oder verlassen uns. Daran hängen eine Menge Arbeitsplätze“, fügt Blask hinzu. Auch der Zustand der Straßen sei ihr ein Anliegen. „An der Verbesserung der L697 bin wohl ich ein wenig Schuld“, gesteht Blask lachend. Sie habe sich wegen der schlechten Verhältnisse an Strassen.NRW gewendet, worauf hin die Bauarbeiten eingeleitet worden seien.

In Hinblick auf den Wahlkampf zur Landtagswahl zeigte sich Inge Blask zuversichtlich. „Wir sind mit Hannelore Kraft sehr gut aufgestellt.“ Die Tatsache, dass die AfD in den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz eine überraschend starke Kraft darstellte, nimmt Blask sehr ernst: „Ich hoffe, dass wir deutlich machen können, was das für Menschen sind, die Zäune bauen, auf Menschen schießen und Frauen zurück an Herd bringen wollen. Wir müssen Rückgrat und Haltung zeigen, das schätzen die Bürger. Wir müssen einen engagierten und überzeugten Wahlkampf führen und uns alle aufmachen und zeigen, dass Parteien wie die AfD nicht wählbar sind“, schwor Blask ihre Parteigenossen ein. „Dazu gehört auch, dass wir Sorgen und Ängste der Bürger wahr- und ernst nehmen, denn genau das ist die Kerbe, in die die AfD schlägt“, fügt Blask hinzu.

Als Delegierte für die Wahlkreisdelegiertenkonferenz zur Landtagswahl wurden Ulrike Wolfinger und Thomas Niggemann gewählt. Kassierer bleibt weiterhin Frank Bäcker, Tobias Brinkhoff bleibt Schriftführer.

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