Infoabend für Eltern zum Thema „Fit für die Schule“

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Die Elternteile informierten sich bei dem Vortrag darüber, inwiefern sie ihre Kinder auf die Schule vorbereiten können.

Neuenrade - Was braucht mein Kind für die Schulfähigkeit? Diese Frage versuchte die Neuenraderin Anja Harraß-Mertins am Mittwochabend 15 Elternteilen in der Kita Sausebraus zu erklären.

Alles lief darauf hinaus, dass die Expertin die Teilnehmer des Informationsabends ermahnte: „Fordern Sie Ihr Kind, aber überfordern Sie es nicht.“ Harraß-Mertins ist gelernte Konzentrations- und Gedächtnistrainerin. Sie arbeitet als Fachkraft für hochsensible Menschen (HSP: high sensible persons) und Stressmanagement. Zudem ist sie Lerntrainerin in Ausbildung. Im Frühjahr will die Fachfrau in der Kita Sausebraus einen Kursus mit zehn Einheiten für maximal sechs Kinder anbieten. Themen des Kursus sollen Wahrnehmung, Konzentration sowie Entspannung sein.

„Lassen Sie Ihr Kind Kind sein“, fordert Harraß-Mertins die Eltern im Raum auf. Und sie stellte klar: „Kinder müssen sich an ihren Eltern mal reiben, aber auch an ihnen orientieren können.“ Und weil zum Kind-Sein auch das Spielen gehöre, kündigte die Neuenraderin für ihren Kursus auch gleich an: „Ich gehe mit den Kindern auch mal raus und würde mich dann freuen, wenn wir viele große Pfützen finden.“ Deshalb sollten die teilnehmenden Mädchen und Jungen bei den Übungseinheiten auch ausdrücklich keine Marken-Klamotten tragen. Angesichts dieses Hinweises verzogen einige Eltern den Mundwinkel oder rollten mit den Augen. Doch Harraß-Mertins ließ sich davon nicht beirren. Bewegung und das Spielen unter freiem Himmel seien wichtig für Kinder.

Und ganz besonders betonte die Referentin, wie wichtig es sei, dass Eltern ihrem Nachwuchs auch immer wieder etwas vorlesen. Jedoch stellte sie klar: „Nachdem ihr Kind an dem Kursus teilgenommen hat, macht es nicht in vier Jahren Abitur.“ Vielmehr ermunterte Harraß-Mertins die anwesenden Eltern: „Haben Sie Verständnis, wenn Ihr Kind irgendwelche Probleme hat.“ Um genau dieses Verständnis zu wecken, sollten einige der Mütter und Väter dann ausprobieren, wie es sich mit Handicaps anfühlt. Sie sollten mit der „falschen“ Hand und klobigen Handschuhen schreiben, durch ein verkehrt herum gehaltenes Fernglas lesen, mit einem Korken zwischen den Zähnen sprechen und abgekapselt mittels eines dicken Ohrenschutzes hören.

Die Ergebnisse sprachen für sich: „Ich fühlte mich ausgeschlossen“, erläuterte eine Mutter im Nachhinein. „Jeder Fehler“, hob Harraß-Mertins hervor, „ist ein Helfer“, denn aus Fehlern lerne man bekanntlich. „Lassen Sie Fehler bei Ihren Kindern zu.“ Nach anderthalb Stunden hatte die Expertin manchen Müttern und Vätern wohl sprichwörtlich die Augen geöffnet. Und manche werden ihre Sprösslinge wohl zu dem kostenpflichtigen Kurus anmelden, der im April starten soll. Anmeldungen sind in der Kita Sausebraus möglich.

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