Immobilienmarkt Neuenrade - Erdgeschoss und Neubauten bevorzugt

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Neuenrade ist eine beliebte Stadt für Immobilienkäufe.

Neuenrade - Der Immobilienmarkt in Neuenrade ist gut. So gut, dass sogar händeringend Immobilien gesucht werden. Besonders seniorengerechte Wohnungen und Häuser, in der ersten Etage beziehungsweise ebenerdig, sind dabei bevorzugt.

Der Trend habe sich laut Bauunternehmer Dietmar Brinkmann komplett gewandelt: „So wie es früher mal war, dass die ganze Familie unter einem Dach gewohnt hat und im Laufe der Zeit die Jungen nach unten und die Alten nach oben gezogen sind – so ist es heute nicht mehr.“ Heute wollen die Senioren unten wohnen, dort, wo es barrierefrei ist. „Viele haben Angst, irgendwann einmal im Rollstuhl zu sitzen“, berichtet Brinkmann.

Daher können laut Hans-Peter Höffner, Immobilienberater der Volksbank im Märkischen Kreis, Wohnungen im fünften oder sechsten Stock eines Wohnhauses nur noch über den Preis verkauft werden – es sei denn, im Haus befindet sich ein Aufzug. Ebenerdige Bungalows mit kleinem Garten sind das, was die Senioren von heute wollen. Die großen Häuser, die in den sechziger und siebziger Jahren gebaut wurden, seien für Senioren zu pflegeintensiv – ein Bungalow mit kleinem Garten käme ihren Bedürfnissen wesentlich näher.

„Die Leute wollen unbedingt bauen. Ich komme schon gar nicht mehr nach“, berichtet Brinkmann, dessen Kunden hauptsächlich über 50 sind – momentan baut er unter anderem für einen 80-Jährigen und dessen 76-jährige Frau einen Bungalow. „Es gibt gerade viel Bautätigkeit“, bestätigt Peter Nakaten, Immobilienvermittler der Sparkasse für Altena, Balve und Neuenrade, die Wahrnehmung Brinkmanns, und auch die amtliche Statistikstelle des Landes, Information und Technik Nordrhein-Westfalen, unterstützt mit einer Veröffentlichung zur Steigerung des nordrhein-westfälischen Bauhauptgewerbes um 9,6 Prozent im Juli 2016 – im Vergleich zum Vorjahr – diese These.

Insgesamt gäbe es innerorts, so sagt Höffner, eklatante Preisunterschiede, die von vielen Faktoren abhängen. Gesucht würden jedoch hauptsächlich die etwas exklusiveren Immobilien, die 200 000 Euro und aufwärts kosten – davon gäbe es jedoch nur sehr wenige – und die bereits erwähnten Bungalows. Günstiger seien die älteren, 30 bis 40 Jahre alten Immobilien mit durchschnittlich 120 000 bis 140 000 Euro – die seien jedoch zum Teil auch sanierungsbedürftig und daher schwieriger zu verkaufen.

Dazu kommt die Lage: Altenaffeln zum Beispiel sei zwar landschaftlich sehr schön und habe auch schöne Häuser. Jedoch sei dies ein vergleichsweise spezieller Markt, da man dort auf ein Auto angewiesen ist. Insgesamt sei Neuenrade als Immobilienmarkt jedoch beliebter als Werdohl, Plettenberg und Altena – unter anderem wegen der guten Lage. „Neuenrade ist in“, sagt Brinkmann und fügt hinzu: „Die Stadt versucht, etwas auf die Beine zu stellen. Die meisten Häuser in Neuenrade sind absolut top und heute ist der Bedarf da.“

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