Versammlung des Kreisimkervereins / Honig-Prämierung und Vortrag zu der Biologie der Biene

Hochwertiger Honig aus der Region

+
Stolz präsentieren die Imker des Märkischen Kreises ihre Urkunden, die die Qualität ihres Honigs prämieren.

Neuenrade - Am Samstagnachmittag fand in der Aula der Hönnequell-Schule die Versammlung des Kreisimkervereins statt, in der auch die besten Honigproben des Jahres geehrt wurden.

Honigopmann Dieter Bette betonte zur Begrüßung, wie sehr er sich über jeden der gekommen ist freue, besonders über die Kinder und Jugendlichen. Er vertritt die Imker des Märkischen Kreises jedes Jahr wenn in Münster die Honigproben untersucht werden und liefert diese auch dort ab. 

Die Proben, auch Lose genannt, werden dann nach Sauberkeit der Gläser, Verunreinigungen im Honig, Beschaffenheit der Oberfläche, Geruch und Geschmack bewertet. Außerdem werden im Labor noch der Wassergehalt und der Invertasegehalt, ein Enzym im Honig, gemessen. 

Schwüles Wetter erschwert die Honigernte

Aus dem Märkischen Kreis haben die Imker in diesem Jahr 58 Lose abgegeben, davon waren 17 vom Imkerverein Werdohl-Neuenrade, deutlich weniger als in den vergangenen Jahren. „Die Honigernte war in diesem Jahr erschwert durch das schwüle Wetter. Der Wassergehalt war dadurch sehr hoch und so haben die Imker weniger Proben abgegeben“, erklärte Bette. 

Aus Werdohl und Neuenrade hatten insgesamt acht Imker teilgenommen, jeder dieser Teilnehmer durfte maximal drei Lose abgeben. Von den 17 Losen wurden zwei ausgeschlossen, zwölf erreichten mit ihrer Bewertung die Kategorie Gold, zwei Silber und eins Bronze. 

Die „Scholli-Bees“, die Bienen AG des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, erreichten mit ihrer Frühtracht darüber hinaus den sechsten Platz in der Landesbewertung und Georg Jedrasik erreichte sogar den zweiten Platz in der Kategorie Sommertracht. Gold erreichten außerdem noch Stefan Philipps, Uwe Kasperski, Horst Röttger Graf, Hans-Georg Bernard und Willi Röschel. Horst Röttger Graf und Stefan Philipps durften sich ebenfalls über Silber prämierte Lose freuen und Hans-Georg Bernard bekam für eines seiner Lose Bronze.

Hochwertiger Honig aus der Region 

„Das zeigt, dass wir in unserer Region einen sehr hochwertigen Honig produzieren“, sagte Bette. Denn aus dem Märkischen Kreis seien jedes Jahr Honigproben auf dem Siegertreppchen, so der Fachmann.

Nach der Ehrung referierte Dr. Werner von der Ohe, vom Institut für Bienenkunde in Celle, über die Biologie der Biene, genauer gesagt über „Qualitätsmanagement im Bienenvolk“. Das breite Spektrum an Themen reichte von der Anatomie der Biene über das räumliche Denken der Insekten bis hin zur Fortpflanzung. 

Er machte jedoch deutlich, dass es sich hierbei um rein biologische Prozesse handle und daher auch Fehler im Qualitätsmanagement vorkommen würden. So gibt es beispielsweise manchmal Arbeiterinnen die Larven legen, eine Aufgabe die eigentlich nur für die Königin bestimmt ist. 

Es sei auch schon vorgekommen, dass es zwei Königinnen zur gleichen Zeit in einem Volk gegeben hat. „Es gibt viele Imker die zu mir kommen und behaupten, dass sie eine Königin haben, die schon vier Jahre alt ist und immer noch fleißig ihre Eier in die Waben legt. Die haben nur nicht gemerkt, dass es im Volk schon längst eine neue, zweite Königin gibt“, sagte Dr. von der Ohe. Er schreibe schon lange gedanklich an einem Buch über Ammenmärchen von Imkern und sei mittlerweile schon beim zehnten Band. 

Nach strengen Richtlinien aussortiert

Die Bienenkönigin gibt ein Königinnenpheromon ab und wenn sie nicht mehr richtig danach riecht, legen die Arbeiterinnen neue Königinnenzellen an. Doch nicht nur die Königinnen werden nach strengen Richtlinien aussortiert sondern auch die Drohnen und Larven. 

Duftet eine Larve nicht mehr richtig, hat zu viel Sonnenlicht abbekommen oder ist nicht feucht genug findet bei den Bienen Brutkannibalismus statt. Und Drohnen mit einer Erbgutschwäche können sich bei der Paarung nicht durchsetzen und so auch kein Erbgut an die nächste Generation weitergeben. Ein Bienenvolk sei zwar eine Sozialgemeinschaft, aber auch sie habe eine Obergrenze für ihre Volksstärke.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare