Hitze in der Hönnestadt: Schattenplätze heiß begehrt

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Stute Ronja genießt die Dusche und die damit verbundene Abkühlung. Nicht nur die Zwei- sondern auch die Vierbeiner leiden unter der Hitze, müssen viel trinken und sind dankbar für ein paar Minuten unter dem Wasserschlauch.

Neuenrade - Das Hoch Annelie hat afrikanische Hitze nach Europa getrieben und die Deutschen schwitzen lassen. Hochsaison in den Freibädern, die Eisdielenbetreiber freuen sich. Während die einen im Neuenrader Freibad toben und neue Sprungkreationen ausprobieren, bevorzugen andere ein Plätzchen im Schatten.

Die Luft über dem Asphalt flimmert. Im Auto ist es fast unerträglich heiß, weil sich die Klimaanlage während der Fahrt Richtung Freibad am Friedrichstal vergeblich bemüht, die Temperatur im Inneren auf ein erträglich Maß herunterzukühlen.

Parkplätze rund ums Freibad sind momentan Mangelware. Das ging am Wochenende so weit, dass Anwohner nicht mehr auf oder von ihren Grundstücken herunterkamen. Knöllchen waren die Folge.

„Die Woche fing verhalten an“, sagt Schwimm-Meister Andreas Schönenberg mit Blick auf die Besucherzahlen. Lediglich 386 verirrten sich am Montag ins kühle Nass. Ab Dienstag nahm das Drehkreuz am Eingang dann richtig Fahrt auf. 1083 Menschen strömten herein, Mittwoch, Donnerstag und Freitag: im Schnitt 1300. „Heute sind es 1500“, stellte Schönenberg dann am Samstagabend zufrieden fest. Tolle Zahlen für das Bad, auch wenn in frühen Zeiten ganz andere Marken geknackt wurden. Etwa am 3. August 1975: Damals quetschten sich 7800 Besucher ins Becken und auf die Wiesen. Kaum vorstellbar.

Tagsüber vergnügten sich viele Neuenrader und Besucher aus den umliegenden Städten im Friedrichstal, in den kühleren Abendstunden bekamen dann die Eisdielenbetreiber in der Zweiten Straße richtig gut zu tun. „Tagsüber war es zu heiß. Die Leute kommen dann lieber abends“, hieß es hinter der Theke. Tatsächlich, kaum sackte die Quecksilbersäule um ein paar Striche ab, da wurden Eisbällchen im Akkord gerollt. Ungebrochen ist die Vormachtstellung des Spaghetti-Eises. Aber in dieser Saison geht auch Bitterschokoladeneis laktosefrei hervorragend.

Abkühlung tut gut. Nicht nur den Menschen. Unter den Temperaturen leiden auch die Tiere. Ronja, der schwarzen Stute, war die Freude anzusehen, als sie endlich ihre kalte Dusche bekam. „Pferde schwitzen wie Menschen, überhitzen aber zehn Mal schneller“, erklärt Fachfrau Carmen Errulat-Strässer auf der Reitanlage am Gevener Weg.

Bereits um sechs Uhr morgens werden die Tiere auf die Weide gebracht, wenn die Temperaturen noch erträglich sind. Den normalen Ausbildungsbetrieb haben Strässers eingeschränkt. In der Reithalle sind die Bedingungen für Mensch und Tier geradezu unerträglich. Die Pflege der Pferde steht momentan vielmehr auf dem Programm. Auch sie müssen viel trinken und sind dankbar für jede Abkühlung.

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