Hilfe für Flüchtlinge: Überwältigende Resonanz

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Integrationslotsen (rechts) berichteten von ihren Erfahrungen.

Neuenrade - Es war beeindruckend. Gut zwei Dutzend Menschen fanden sich Montagabend im VHS-Raum der Stadtbücherei ein, um ehrenamtliche Hilfe für Flüchtlinge anzubieten. Die Sitzplätze reichten kaum aus – man musste zusammenrücken.

Von Peter von der Beck

Die Männer und Frauen aller Alterklassen kamen aus Neuenrade und den Ortsteilen, doch auch aus Werdohl war jemand gekommen, ein Dahler war auch dabei.

Und so freuten sich Bürgermeister Antonius Wiesemann und Stadtbücherei- und Zelius-Chefin Sandra Horny über die enorme Resonanz. „Überrascht und beeindruckt“ sprach Wiesemann einleitende Worte, fasste noch einmal kurz die Intention zusammen, benannte die vier Bereiche, in denen die Ehrenamtlichen tätig werden können: Patenschaften in allen Varianten – für Einzelpersonen bis hin zu ganzen Familien; Begegnung, Sprache; und Begleitung.

Der Bürgermeister machte dann auch klar, dass er als Ansprechpartner zur Verfügung stehe, sagte, dass man jederzeit offen über Probleme mit ihm sprechen könne. Und er ließ durchblicken, dass das ehrenamtliche Engagement nicht nur allein auf die Flüchtlingsarbeit beschränkt werden müsse, denn es gebe noch viele andere Bereiche in Neuenrade, wo man tätig werden könne.

In der großen Runde stellten sich die Männer und Frauen dann vor, sagten, in welchen Bereichen sie sich engagieren würden. Einige hatten sogar auf einen Aufruf gewartet. Die Ehrenamtlichen wollen demnach in allen angesprochenen Bereichen arbeiten und – darüber hinaus.

Einige bringen berufliche Kompetenzen mit (Pädagogen). Das Hilfsangebot der Menschen reichte dabei von Hausaufgabenbetreuung für Grundschüler bis hin zu Familienpatenschaften, Begleitung bei Behördengängen oder Sportangebote.

Unter dem Strich war es denn auch eine gute Mischung, einige hatten sogar Erfahrungen im Umgang mit Flüchtlingen vorzuweisen. Erfahrungsberichte gabe es denn auch von den Integrationslotsen und der Sprachlehrerin, die aus dem Nähkästchen plauderte.

Ein Integrationslotsen riss dabei kurz an, wie der Umgang mit den Flüchtlingen läuft, welche wichtige Rolle dabei die Übersetzungs-Apps bei Smartphones spielten und wie stark traumatisiert die Flüchtlinge hier ankommen würden.

Dazu erwähnte Sandra Horny noch das jüngste Unglück auf dem Mittelmeer. Mit Menschen, welche derartige Fluchtwege heil überstanden hätten, habe man eben zu tun. „Das ist unser Klientel“. So erfuhr die Runde auch ein paar Fakten: Demnach gibt es in Neuenrade inzwischen 86 Asylsuchende aus einem Dutzend Nationen. Singles kommen dabei in den Asylunterkünften unter; Familien würden dagegen in Neuenrader Wohnungen untergebracht.

Auch erste Angebote im Bereich Begegnung gab es am Montag: So wies man seitens der Tischgemeinschaft auf das kostenlose Essen hin, zu dem die Flüchtlinge willkommen seien.

Und Sandra Horny erwähnte noch gewisse Besonderheiten bei dieser anspruchsvollen ehrenamtlichen Arbeit mit Menschen. So müsse dabei jeder für sich eine Grenze ziehen – wie nah oder wie intensiv Betreuung sein soll.

Am Ende der Veranstaltung bildeten sich dann die vier Gruppen: Begegnung, Begleitung, Patenschaften, Sprache). Deren MItglieder sich zunächst separat treffen. Die große Runde kommt dann am 1. Juni wieder zusammen.

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