„Hier ist jeder Tag wie Urlaub“-Offene Gärten in Neuenrade

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Auch in Neuenrade luden offene Gärten zum flanieren ein.

Neuenrade - Die Besucher am Tag der offenen Gärten im Ruhrbogen ließen bei strahlendem Sonnenschein nicht lange auf sich warten und die drei Neuenrader Teilnehmer konnten sich über mangelnde Aufmerksamkeit nicht beklagen. Der Zuspruch und die Anerkennung der Besucher kam prompt.

Der Rosen- und Staudengarten von Horst und Gudrun Sulzer stand schon vor der eigentlichen Elf–Uhr–Eröffnung im Blickpunkt. Die Sulzers haben sich im Laufe der Jahre hinter ihrem Haus am Wieser Weg auf circa 1000 Quadratmetern eine Erholungsoase der ganz besonderen Art geschaffen. Dem Besucher schwappt ein optisches „Willkommen“ in allen Farben entgegen. Die Gartengestaltung spricht für sich und ist äußerst abwechslungsreich, neue Ideen werden nach Möglichkeit schnell umgesetzt. Im vergangenen Jahr bekam das Ehepaar eine Clematis geschenkt, die sie zusammen mit Flieder einpflanzten.

Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass es an dieser Stelle jetzt zweimal blüht. Neben Stauden, Rosen, Storchschnabel und Frauenmantel ist es auch die Terrasse, die mit einer Vogeltränke einen neuen Blickfang erhalten hat und von den gefiederten Freunden piepend und planschend genutzt wird. Das Engagement in der Hege und Pflege kommt nicht von ungefähr. Gudrun Sulzer hat eine klare Meinung: „Wenn ich aus dem Büro komme und einen stressigen Tag gehabt habe, dann wühle ich hier anschließend in der Erde, weil das für mich Entspannung pur ist und der Kopf frei wird.“

Zum zehnten Mal beteiligten sich Horst und Gudrun Sulzer an der Aktion Offene Gärten. Ihr Engagement wurde und wird von den Besuchern ebenso geschätzt, wie der angebotene Kaffee und Kuchen – und da können die Sulzers auf ein bewährtes Helferteam zurück greifen. Helfende Hände haben auch auf der Anlage der Kleingärtner im Berentrop für Zustimmung gesorgt. Kaffee, Kuchen und kalte Getränke sorgten dafür, dass die Besucher nach dem Rundgang im Gespräch mit Kleingarten-Boss Zvonimir Gratz und seinen Mitstreitern jede Menge Infos bekamen. Zum vierten Mal beteiligten sich die Kleingärtner an der Aktion der Offenen Gärten. Julia Franze vom erweiterten Vorstand weiß genau, warum die Leute kommen: „Die wollen unsere Anlagen sehen, vielleicht können sie etwas in ihrem Garten ähnlich gestalten und wenn sie mich fragen, warum wir das machen, dann kann ich ihnen von Erholung und totalem Abschalten berichten.“

Erstmals am Tag der offenen Tür beteiligten sich Norbert und Renate Rath, beide zählen mehr zu den Neulingen im Kleingartenverein. Seit September 2014 können sie eine der Parzellen, die zwischen 300 und 450 qm groß sind, „bearbeiten und beackern, weil wir hier unsere Wohlfühloase nach Feierabend haben“ gibt Renate Rath die Richtung vor. Dann zeigt sie stolz auf ihre Gemüseanlage und auf die Erdbeerpflanzen, die in diesem Jahr besonders ertragreich sein werden.

Einen der größten Naturgärten hegt und pflegt Beate Berth in der Breslauer Straße. Satte 2300 Quadratmeter hat sie in den letzten zwei Jahren gestaltet und noch immer ist ihr naturnaher Erholungsort nicht fertiggestellt. Wer mit Beate Berth ins Gespräch kommt, der stellt fest, dass ihr Verständnis für die Natur besonders groß ist. Der „normalen Natur“ will sie eine Heimat bieten, darunter zählt sie auch die Weinbergschnecken, Eidechsen, Frösche und sogar Blindschleichen und Ringelnattern. Beate Berth hat das große Grundstück vor einigen Jahren erworben, vieles hat sie geändert oder renoviert, aber immer steht die Natur im Vordergrund. Mit Totholzhecken und Gebüschen hat sie Pflanzen und Tieren den so wertvollen Lebensraum geschaffen.

Selbstverständlich ist für sie auch, alte Materialien wieder im Umbau mit zu verwerten. Auch wenn sie viel Arbeit in ihren Naturgarten steckt und häufig mit Spitzhacke und Schippe umgehen muss, für sie ist „hier jeder Tag wie Urlaub und er ist Balsam für die Seele.“

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