Helmut Löbbecke: Geburtstag und Diamanten-Hochzeit

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Klara und Helmut Löbbecke stoßen am Freitag vielleicht nicht nur mit einem Wasser an: Dann sind beide nämlich sechs Jahrzehnte lang miteinander verheiratet.

Neuenrade - Wenn die Neuenrader von Helmut und Klara Löbbecke sprechen, dann ist die Rede von „Gonzales“ und „Klärchen“. Und am Freitag feiert Helmut „Gonzales“ seinen 85. Geburtstag. Gleichzeitig begehen beide 60 Jahre nach der Eheschließung das seltene Fest der Diamantenen Hochzeit.

Seit 1958 sind die Löbbeckes in Neuenrade. Der Start in die Selbstständigkeit erfolgte „Im Kohl“ und ist dem Hinweis eines Automatenaufstellers – „Fahrt mal nach Neuenrade, die suchen da einen Nachfolger für Becker ‘Im Kohl’“ – zu verdanken.

Seither hat das Paar Feiern jeglicher Art ausgerichtet. Nach der „Kohl“-Station prägten sie ab 1967 mehr als 30 Jahre den „Kaisergarten“. Auch der Eintritt in den eigentlich wohlverdienten Ruhestand war nicht von langer Dauer. Zu langweilig wäre es ihnen sonst geworden. Seit zehn Jahren betreiben sie das Hotel Zur Eule.

Der Beruf stand immer im Mittelpunkt

Helmut und Klara Löbbecke kommen aus dem Hochsauerland. Sie erblickte in Westernbödefeld das Licht der Welt und er in Stockum-Seidfeld. Er begann seine Berufslaufbahn einst im Service im Hotel Nies in Neheim und sie als Kochazubi im Hotel Fredeburger Hof. Dort trafen sich beide auch vor 60 Jahren erstmals. Prompt seien sie von Amors Pfeil getroffen worden. Das Ja-Wort gaben sie sich in Westernbödefeld und bald wurde Tochter Birgit geboren.

Bei ihnen stand der Beruf immer im Mittelpunkt, gleichwohl sind beide in der Gesellschaft fest verankert. Klärchen Löbbecke bringt es auf ihre Art auf den Punkt: „Die Menschen gefallen mir hier, ich lebe gerne hier und fühle mich wohl.“ Die gleiche Meinung hat auch Ehemann „Gonzales“, der „überhaupt nicht mehr woanders hin will“. Wenn beide auf ihren gemeinsamen 60-jährigen Lebensweg zurück blicken, dann schmunzeln sie überwiegend, „weil wir auch die Tiefen und Höhen geschafft haben und langweilig war es nie“.

Frau in Barcelona verlieh Löbbecke seinen Spitznamen

So standen sie etwa 1981 als Königspaar der Neuenrader Schützengesellschaft vor: „Angeblich soll ich die beste Zehn geschossen haben“ sagt Ex-König Gonzales augenzwinkernd und erinnert sich, „dass meine Kegelbrüder vor der Königsproklamation mehr gewusst haben als ich, weil sie mir das Auto zugestellt hatten, obwohl wir in Urlaub wollten“.

Die Nachricht, dass sie jetzt Königin sei, hat Klärchen lockerer weggesteckt: „Auf den Schreck habe ich mit Freunden erst mal einen getrunken.“ Übrigens: Für die Löbbeckes war die Königswürde nicht neu: 1957 stellten sie bereits in Westernbödefeld das Königspaar.

Und woher kommt nun der Spitzname Gonzales? Helmut Löbbecke grinst von einem Ohrläppchen zum anderen, verweist auf seinen Kegelclub Donnerkugel, in dem es manchmal mit Taten und Worten ziemlich derbe zugegangen sei. Bei einem Kegelausflug nach Barcelona sei es eine Seniora gewesen, die ihm an einem Brunnen gesagt habe, dass er wie Gonzales aussehe und diese Namensnennung sei spontan von seinen Kegelbrüdern aufgenommen worden. Allerdings wisse er bis heute nicht, wie dieser Gonzales tatsächlich aussehe.

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