„Verdachtslose Prüfung“ / Sechs Fahrzeuge und 18 Einsatzkräfte

Hauptzollamt kontrolliert Muschert & Gierse-Baustelle

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Wer kontrolliert wurde, erhielt ein gelbes Bändchen.

Neuenrade - [Update 16.15 Uhr] Ein Einsatztrupp des Hauptzollamtes aus Dortmund war am Mittwochvormittag mit sechs Autos und 18 Zollbeamten auf der Großbaustelle der Firma Muschert & Gierse in Küntrop im Einsatz. Das sorgte für Aufsehen.

Doch für die Beamten der Dortmunder Behörde, die in grünen Uniformen und bewaffnet aufgetreten waren, war der Einsatz eher Routine. „Verdachtslose Prüfung auf Schwarzarbeit“ nannte der Sprecher der Behörde Dortmund, Frank Jungesblut, diese Art des Einsatzes. An dem Tag hätten die Beamten noch Baustellen in Hemer und in Iserlohn auf dem Plan.

In Küntrop jedenfalls kontrollierten die Beamten in und außerhalb der Baustelle die dort arbeitenden Personen. Dabei ging es eben darum Schwarzarbeiter zu finden.

Auf die Schliche kommen will man dabei Arbeitgebern, die ihre Leute nicht bei den Krankenkassen anmelden und so Sozialabgaben nicht abführen; oder um jene, die „doppelt kassieren“, sagte Jungesblut. Das sind Mitarbeiter, die staatliche Leistungen erhalten und gleichzeitig Arbeitslohn bekommen.

Jungeblut erläuterte, dass es hauptsächlich um Identitätsfeststellung und anschließenden Datenabgleich gehe. Es gilt einen Erfassungsbogen auszufüllen. Bis die Antworten der entsprechenden Behörden dann ankommen, gehe schon eine gewisse Zeit ins Land. Ergebnisse dieses Einsatzes in Küntrop konnte Jungeblut daher noch nicht liefern. „Das dauert.“ Gleichwohl zitierte er den Einsatzleiter. Demnach sei in Küntrop wohl alles im grünen Bereich gewesen.

Die Zollbeamten sind bewaffnet, um sich gegebenenfalls wehren zu können. Nicht immer seien die Einsatzorte übersichtlich und im dunklen Keller Personalien zu kontrollieren, das sei nicht ohne Risiko. Doch Widerstände gebe es eher selten, sagte Jungesblut. Zudem hätten die Beamten eben ihr Instrumentarium, um mit solchen Situationen umzugehen.

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