Nächtigen beim „Eier-König“

Große Oster-Wanderung der„Hardcore-Pfadis“

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Wolf und Pia Strötgen sind große Naturfreunde und begeisterte Wanderer. Auch sie waren bei dem langen Fußmarsch von Wuppertal bis in die Stadt an der Hönne mit dabei und übernachteten bei einem Landwirt.

Neuenrade - Pfadfinder scheinen das Wandern zu lieben. Schließlich lässt der Name bereit auf eine gewisse Naturverbundenheit schließen. Im Rahmen des Osterfestes nahmen einige Neuenrader Pfadis das Finden eines Pfades wörtlich und machten sich auf einen ebenso anstrengenden wie spannenden Weg von Wuppertal bis nach Neuenrade.

Warum ausgerechnet von Wuppertal aus? Eine berechtigte Frage, auf die es eine ebenso einfache Antwort gibt: Wolf Strötgen hat seine Wurzeln in Neuenrade, ist dann zu seiner Frau Pia an die Wupper gezogen. Und Marlon Kerkenberg, Neuenrader Pfadi, begeisterte sich für die Idee, eine Wanderschaft zwischen den beiden Städten zu organisieren.

Zwei Wandertage hatte er für die Tour eingeplant. Ein ambitioniertes Ziel, wie sich im Laufe der Aktion herausstellen sollte. Luftlinie sind die beiden Ortschaften rund 50 Kilometer voneinander entfernt. Per pedes dürfte sich noch der eine oder andere Kilometer dazu addieren. Nichtsdestotrotz, die Idee war geboren, das Vorhaben, Wuppertal zum Neuenrader Osterfeuer in zwei Tagen, nahm Gestalt an. Mit dem Zug reiste Marlon Kerkenberg nach Wuppertal, tankte dort noch eine Nacht lang Energie auf, um sich dann auf den „Heimweg“ zu begeben - mit Pia und Wolf Strötgen im Schlepptau.

Übernachten im Hotel kam für die „Hardcore-Pfadis“ nicht in Frage. Sie wollten etwas erleben und hatten deshalb im Vorfeld Landwirte angerufen und gefragt, ob sie in einer Scheune unterkommen könnten. In Breckerfeld, auf dem Hof des „Eier-Königs“ Baumeister fanden die Pfadis eine Herberge. Die Tourer staunten nicht schlecht, hatten sie doch mit einem bescheidenen Gehöft gerechnet. „130 000 Hühner und ebenso viele Eier pro Tag“, gab Marlon die Angaben des Landwirtes wieder. Ihre Unterkunft bezog die Gruppe tatsächlich in einer Scheune, das Rahmenprogramm hatte es aber in sich. Baumeisters historische Traktoren gab es zu bestaunen, die industrielle Ostereierfärbeanlage bekamen sie ebenfalls zu sehen.

Tags drauf stießen dann noch Claudius Schulte und Andreas Raphael zum Trio. Zu fünft nahmen sie dann die letzten 23 Kilometer Luftlinie in Angriff - etwa 35 Kilometer Wanderstrecke. Eine spontane Einladung in die Brenscheider Ölmühle nahmen die Wanderer gerne an. Wie sich im Laufe der Gespräche herausstellte, war der Hausherr mit Herrn Baumeister aus Breckerfeld verwandt. „Die Welt ist ein Dorf“, meinte Andreas Raphael, der zuvor neugierig durch ein Fenster in die Mühle geschaut hatte und die Aufmerksamkeit des Gastgebers erregt hatte. „Am Samstag waren wir nochmals elf Stunden auf den Beinen“, rechnete Marlon Kerkenberg am Ende zusammen. Zufrieden, aber fix und fertig, mit dem Kräften am Ende, trafen Marlon, Pia, Wolf, Andreas und Claudius pünktlich wie geplant am Osterfeuer in Berentrop ein - mit einer Menge Geschichten im Gepäck.

Von Markus Jentzsch

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