Gläserne Ideen umgesetzt

Glaskünstlerin Brigitta „Biggi“ Weidlinger-Kaiser (links) vermittelte den richtigen Umgang mit den Geräten. -  Foto: Jentzsch

NEUENRADE - Der Tisch war mit Glasscherben übersäht – kleine und große, in allen erdenklichen Farben. Hier hatte keineswegs ein Entsorgungsbetrieb einen Glascontainer entleert, hier ging es um Kunst. In der Kiku-Kunstwerkstatt fand am Samstag ein sechsstündiger Kreativ-Workshop statt, bei dem sich alles um Glas drehte.

Die Glaskünstlerin Brigitta „Biggi“ Weidlinger-Kaiser leitete das Projekt, bei dem der Spaß am kreativen Schaffungsprozess in einem geselligen Kreis und gemütlicher Atmosphäre im Vordergrund stand. Das handwerkliche Können brachte die Dozentin den Novizen rasch näher. Neben dem groben Zuschnitt des Materials mit einem Glasschneider stellte das Löten die neun Kursteilnehmer vor die größte Herausforderung. Der korrekte Umgang mit den Gerätschaften entschied über das Gelingen des eigenen Projekts. Dabei hatten sich die Hobby-Künstler die unterschiedlichsten Aufgaben gestellt. Für Schmuck, als Ohr-Anhänger, für eine Kette oder als Brosche, hatten sich die meisten entschieden.

Der einzige Mann im Kursus hatte sich gut vorbereitet und einen detaillierten Bauplan für sein Mobile entworfen. Der schränkte die Kreativität aber keineswegs zu sehr ein.

Nachdem die Wahl bezüglich geeigneter Scherben gefallen und das Material anschließend grob formatiert war, stand der Schleifprozess an. Gar nicht so einfach, die filigranen Objekte auf das gewünschte Maß zu schleifen. „Man nennt das Tiffany-Technik. Aber vom entsprechenden Stil an sich grenzen wir uns hier bewusst ab“, erklärte die Glaskünstlerin mit ihrem sympathischen österreichischen Akzent. Der Umgang mit dem heißen Lötkolben stand anschließend auf dem Programm. Mit seiner Hilfe und einem entsprechenden Lötzinn mussten die Glassegmente dann eingefasst werden. Und dann sah es schon richtig nach Tiffany aus. Ein abschließender Reinigungsprozess schloss den handwerklichen Prozess ab. Mit Stolz präsentierten die Kursteilnehmer nach sechs kurzweiligen Stunden in der Kunstwerkstatt ihre Objekte. „Manche waren zum ersten Mal dabei, andere nahmen schon häufiger teil“, beschrieb Irmhild Hartstein die Gruppe und informierte darüber, dass sich ihre Kiku wieder für ein NRW-Projekt bewerben wird. „Scherben bringen Glück“ wird das Projekt heißen und für die Gemeinschaftsschule angeboten. Brigitta Weidlinger-Kaiser ist natürlich mit von der Partie.

Von Markus Jentzsch

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