FWG-Versammlung: Flüchtlinge als große Chance

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FWG-Chef Bernhard Peters ist stolz auf die Stadtverwaltung, Sandra Horny, den Bürgermeister und deren Umgang mit den Flüchtlingen.

Neuenrade - Die Flüchtlingsthematik nahm großen Raum ein bei der Informations- und Diskussionsrunde im Rahmen der Versammlung für FWG-Mitglieder und Gäste im Hotel Wilhelmshöhe am Montagabend. Vizeparteichef Detlef Stägert sprach wohl für alle elf Anwesenden, als er hervorhob: „Wir stoßen an unsere Grenzen. Deshalb müssen wir hochachtungsvoll von den Ehrenamtlichen sprechen, die sich für die Flüchtlinge engagieren.“ Er sprach in Richtung dieser Helfer „ein großes Dankeschön“ aus.

Mehrere Redebeiträge dokumentierten dann die „spontane Hilfsbereitschaft der Neuenrader Bevölkerung“. Auch FWG-Fraktionsvorsitzender Bernhard Peters lobte: „Ich bin stolz auf die Stadtverwaltung, auf Frau Horny vom Zelius und auf den Bürgermeister.“ Mit Letzterem hatte er dann aber doch noch ein Hühnchen zu rupfen: Gestört habe ihn der auch vom Stadtoberhaupt unterschriebene „Brandbrief“ an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Die Forderungen, die darin aufgestellt würden, „halte ich für lächerlich.“

Peters sprach den Anwesenden wohl aus dem Herzen: „Ich bin ganz bei Angela Merkel und überzeugt, dass wir das schaffen.“ Und darüber hinaus stellte er fest: „Wenn diese Familien hierbleiben können, ist das ein echter Zugewinn für Neuenrade – gerade auch im Hinblick auf den demografischen Wandel.“

Dabei sprach der Fraktionsvorsitzende nicht nur von anerkannten Asylbewerbern. „Es ist auch das gute Recht eines jeden Menschen, aus wirtschaftlichen Gründen in ein anderes Land zu fliehen“, machte Peters seine Position deutlich. Weiter sagte er: „Das mächtigste Land der Welt ist ja auch nur ein Haufen zusammengewürfelter Leute.“ In Bezug auf die USA fuhr er fort: „Das sind dort ja alles Einwanderer.“

Detlef Stägert kritisierte die Bundesregierung.

Und so mahnte er die Neuenrader Wirtschaftsförderung an, „Industrie und Handwerk hierher zu holen“, um mit den Flüchtlingen „aus Neuenrade wieder eine prosperierende und wachsende Stadt zu machen“. Um Verständnis warb dann aber noch Stägert. Es sei für die Flüchtlinge unglaublich schwer, die deutsche Sprache zu erlernen.
Stägert bezog dann noch in einem Punkt klar Stellung: „Ich finde es beschämend, dass die Bundesregierung nicht mit einheitlicher Meinung auftritt. Da erwarte ich einfach mehr Professionalität.“ Beim Thema Windenergie sagte der Vizeparteivorsitzende dann: „Zwei aus unserer Fraktion haben für, zwei gegen die Windkraftanlagen gestimmt. Das ist gut so. Das hält unsere Fraktion aus.“

Im Laufe des Abends nahm Fraktionsvorsitzender Peters noch Bezug auf die bevorstehenden Haushaltsplanberatungen. Die finanzielle Lage der Stadt sei „gar nicht so schlecht“. Schließlich fielen die Gewerbesteuereinnahmen „höher als erwartet“ aus. Dennoch: Damit das Freibad erhalten werden könne, sollten die Subventionen für die Kultur-Aufführungen im Kaisergarten schmelzen, forderte ein FWG-Mitglied im Saal: „Ganz Neuenrade zahlt mit, dass da Leute hingehen können, die sowieso schon genug Geld haben“, sagte er.

 

Wunschbaum-Aktion für Flüchtlinge

Abschließendes Thema waren die FWG-Planungen für die Endphase des Kalenderjahres. Am kommenden Samstag startet die Wählergemeinschaft in der Zeit von 14 bis 18 Uhr eine Wunschbaum-Aktion für Flüchtlinge und weitere bedürftige Kinder im Knusperhäuschen: Kinder hängen Zettel mit Wünschen an einen Christbaum. Bürger können diese Zettel an sich nehmen, um die Wünsche zu erfüllen. Am 13. Dezember werden die Geschenke dann zwischen 14 und 18 Uhr an die Mädchen und Jungen übergeben.

Am 6. Dezember findet der Weihnachtsmarkt am Stadtgarten statt. Die FWG beteiligt sich an der Veranstaltung mit Reibekuchen und einer Luftballon-Aktion. Die bunten Ballons starten ihren Flug zwischen 13 und 16 Uhr. Von 14 bis 18 Uhr kommt dann der Nikolaus an dem Tag zu den Kommunalpolitikern. Im Knusperhäuschen übergibt der weißbärtige Mann im roten Mantel Geschenke an Kinder.

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