Gericht

Freispruch nach Übergriff auf Neuenrader

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Neuenrade - Ungeklärt blieb im Amtsgericht Altena der brutale Übergriff auf einen 43-jährigen Neuenrader. Es bleiben Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Geschädigten.

Obwohl sich der Zeuge „100-prozentig“ sicher war, den Täter erkannt zu haben, wurde der Angeklagte (43) freigesprochen. „Es spricht einiges für die Täterschaft des Angeklagten“, stellte der Staatsanwalt fest, um sogleich anzufügen: „Es bleiben aber Zweifel.“ Richter Dirk Reckschmidt folgte dieser Linie und sprach den Angeklagten frei: „Der Tatvorwurf ließ sich nicht mit der erforderlichen Sicherheit feststellen.“

Zuvor hatte der Geschädigte die Ereignisse am Abend des 21. Februar im Hausflur vor seiner Wohnung geschildert. „Ich wollte das Licht anmachen – dann bemerkte ich ihn. Er haute mir mit einem Holzknüppel immer wieder auf den Kopf“ – etwa 30 Mal, wie der Zeuge auf Nachfrage ergänzte. „Sie können sich vorstellen – das tut schweineweh. Er hörte nicht auf.“

Blutüberströmt sei er vor der Wohnung eines Nachbarn zusammengesackt, nachdem er dort sturmgeklingelt hatte. Zurück blieb unter anderem eine sieben Zentimeter lange und weit aufklaffende Platzwunde, die im Krankenhaus genäht werden musste.

Trotz Motorradmaske und schwarzer Kleidung wollte der Angeklagte den Bruder seines Vermieters als Täter erkannt haben: „Er hatte einen weiten Ausschnitt unter der Haube. Deshalb konnte ich sein Gesicht sehen.“ Hintergrund für den Angriff seien offenbar Streitigkeiten mit dem Angeklagten gewesen, der im Auftrag seines Bruders die Hausverwaltung übernommen hatte, erklärte das Opfer. Es schloss auch aus, dass er es im Hausflur möglicherweise mit einem der Brüder des Angeklagten zu tun gehabt habe. Die könne er sehr wohl unterscheiden, erklärte er.

Der Mieter, an dessen Haustür der Geschädigte geklingelt hatte, entlastete den Angeklagten: Der Täter sei etwas größer und schlanker als der Angeklagte gewesen, erklärte er. So blieben Restzweifel an der Glaubwürdigkeit der Aussage des Geschädigten, die letztlich in den Freispruch des Angeklagten mündeten. Zurück blieb ein Unbehagen darüber, dass eine brutale Körperverletzung ungesühnt blieb.

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