Neuenrader Verwaltung kann entspannter mit Flüchtlingssituation umgehen

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Das Rathaus in Neuenrade.

Neuenrade - Die Situation um die Flüchtlinge in Neuenrade hat sich entspannt. Eine längere Vorlaufzeit sowie genügend Kapazitäten in der Unterbringung, bedeuten eine Erleichterung für die Neuenrader Verwaltung.

Deutlich entspannter kann derzeit die Neuenrader Verwaltung in Sachen Flüchtlinge agieren. Kurt Maurer hat zwar noch viel Arbeit – aber die Dramatik, wie noch im Herbst des vorigen Jahres, ist nicht mehr so vorhanden, bestätigt die zuständige Fachkraft des Sozialamtes. Exakt 253 Flüchtlinge sind nun in Neuenrade, 20 haben die Stadt inzwischen wieder verlassen. Gründe für den Rückgang sind eine Familienzusammenführung aber auch Rückkehrer. Sicher ist, dass es noch mehr Flüchtlinge werden – bereits für Anfang April werden weitere erwartet. Welcher Saldo am Ende des Jahres sein wird – weiß man natürlich nicht.

Kurt Maurer jedenfalls ist froh, dass die Verwaltung nun immerhin eine Woche Vorlaufzeit hat, weil sie nun von der Bezirksregierung eher informiert werden kann und man sich vor Ort daher frühzeitig um Unterkünfte kümmern könne. Durch die jetzt fertig aufbereitete Unterkunft am Gevener Weg im Neuenrader Industriegebiet hat sich die Aufnahmekapazität Neuenrades ziemlich erhöht. Wenn ein Schub kommt, so ist hier noch Luft für etliche Neuzugänge (maximal 50 Personen). Der übliche Weg ist, dass die neuen Flüchtlinge zunächst in die Neuenrader Erstaufnahme-Einrichtungen (Brunnenbach, Eichendorffstraße, Gevener Weg) kommen.

Dann gibt es eine Art begleitete Organisations- und Orientierungsphase. Von dort aus werden dann vor allem Familien dezentral in Neuenrader Wohnungen des Stadtgebietes verteilt. Das könne zum Teil dauern, denn Privatwohnungen würden nicht auf Vorrat angemietet, erläuterte Maurer. Die Flüchtlinge werden dabei nie allein gelassen: Sie sind unter amtlicher und natürlich kontinuierlicher, wertvoller ehrenamtlicher Begleitung mit allen Facetten (20 Deutschkurse, Begleitung zu Ämtern, Spenden etc.). Der Umgang mit und die Verwaltung der Flüchtlinge entspannt sich auch dank der personellen Aufstockung – und auch die sprachlichen Fähigkeiten der Kollegen und einiger Ehrenamtler seien hier äußerst hilfreich.

Maurer berichtete von einem Kollegen der Türkisch spricht, von einer Kollegin, die des Russischen mächtig ist, von Bauhofmitarbeitern, die südosteuropäische Sprachen sprechen und Arabisch spricht natürlich Cedar Khoury, die in Neuenrade viel im Einsatz ist und häufig um Hilfe für die Verwaltung gebeten wird. Personell gibt es zudem Verstärkung für die Flüchtlingshilfe in Neuenrade. So berichtete Kurt Maurer, dass wohl zum April ein weiterer Bufdi (Bundesfreiwilligendienst) eingestellt wird. Dabei soll es sich um einen Asylbewerber handeln. Angesiedelt werden soll auch er beim Zelius.

Von Peter von der Beck

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